"Sternensturm" von Kim Winter, Jugendbuch
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„Ich hatte irgendwo einmal gelesen: Die schlimmste Weise, jemanden zu
vermissen, ist, an seiner Seite zu stehen und doch nicht zu ihm zu gehören.
Genauso fühlte es sich gerade an.“
Seite 181


Es gab bis jetzt nur wenige Reihen aus dem Jugendbuchbereich, bei denen ich
meine Begeisterung über weitere Folgebände halten konnte. „Sternensturm“ von
Kim Winter konnte das und noch mehr. Für mich hat es den ersten Teil noch
einmal übertroffen.

Inhalt: Dunkle Ereignisse überschatten die Liebe von Iason und Mia. Eine
mysteriöse Entführungswelle erschüttert die Menschen auf der Erde. Bald stellt
sich heraus: Sie trägt eine überirdische Handschrift. Um zu verhindern, dass
der loduunische Krieg nun auch auf die Erde übergreift, reisen weitere Wächter
an. Im Gegensatz zu Finn und Iason stehen diese Mia sehr kritisch gegenüber.
Besonders Elai, der Wächter mit den toten Augen, und ihr Anführer Skyto glauben
nicht, dass es einem einfachen Menschen wie Mia bestimmt ist, den Frieden nach
Loduun zu bringen. Auf einmal ist nichts mehr selbstverständlich. Vertraute
werden zu Fremden und sogar Iason beginnt, an der Macht ihrer Liebe zu
zweifeln…

„Es
kommt der Tag, an dem er sich zwischen seiner Identität und dir entscheiden
muss. Was glaubst du, wird er wählen?“

Seite 233


Und ein unheimliches Flüstern spricht in der Nacht zu Mia. Sie fühlt sich
gezogen und weiß nicht wohin. Stimmt es, dass die Entführer in Wirklichkeit
hinter ihr her sind? Zweifeln keimen auf, ob es Mia wirklich bestimmt ist, den
Frieden nach Loduun zu bringen. Und bald schon nährt sich der Verdacht, dass
sie vielmehr von einer dunklen und gefährlichen Macht gelenkt wird. Als Wächter
seines Planeten muss Iason eine folgenschwere Entscheidung treffen und Mia
gerät in ein Netz aus Intrigen, in dem sie niemandem trauen kann, am wenigsten
sich selbst.


Ich hatte einen leichten Einstieg in dieses Buch. Obwohl ich „Sternenschimmer“
vor über einem halben Jahr gelesen hatte, waren viele Geschehnisse aus Band 1
noch sehr präsent. Einige hilfreiche Wiederholungen baute die Autorin Kim Winter zusätzlich mit ein. Schnell war ich wieder gefangen in der Welt von Mia
und Iason, einem Pärchen, das unterschiedlicher nicht sein kann. Mia wirkt in
diesem Band ein wenig reifer und besonnener, als in „Sternenschimmer“. Hat aber
von ihrer liebenswerten und tollpatschigen Art nichts eingebüßt. Gerne nimmt
sie noch jedes Fettnäpfchen in Kauf und steuert wie eh und jäh auf unbekannte
Gefahren zu. Iason… oh Iason! Ich liebe ihn! Auch er verändert sich in diesem
Buch, denn er muss schwerwiegende Entscheidungen für sich und für sein Volk
treffen. Entscheidungen, die auch seine Liebe zu Mia betreffen.
Mit folgenden Worten beschrieb Mia Iason in der
Vergangenheit: Iason ist wie Zucker und Gift… Ich finde diese Beschreibung nur
allzu treffend, denn oft zeigt Iason auch mal seine gefährliche, ja fast
animalische Seite. Er wurde so für mich als Leser noch anziehender und es
machte das Ganze nicht so soft. Die dramatischen Ereignisse lassen die Beide
sich ganz neu kennen lernen und das stellt ihre Liebe auf eine harte Probe.

„Ein
schmerzlicher Ausdruck huschte über sein Gesicht. Doch dann schloss seine Miene
ab, bekam etwas geradezu Eisiges. „Es tut mir leid, aber es ist besser so“ Ich
konnte die unsichtbare Scheibe sehen, die gerade zwischen uns hochfuhr. Iason
in seiner Welt – ich in meiner…“

Seite 130

Der Schreibstil von Kim Winter ist wunderschön. Ein Hauch Poesie kombiniert mit
viel Gefühl, welches die Autorin perfekt zu vermitteln weiß. Ich musste dieses
Buch in einem verschlingen, obwohl es mit seinen 560 Seiten und den kleinen
Buchstaben schon ein echter Wälzer ist. Meist überzeugen Jungenbücher ja eher
durch bezaubernde Cover, großen Buchstaben und wenig Inhalt. Nicht so bei
„Sternensturm“. Dieses Buch hat zwar ein wunderschönes Cover, aber es überzeugt
eher mit einer sehr umfangreichen, interessanten und spannenden Story.
Anfangs bekommt der Leser noch die softe Seite der
Geschichte präsentiert, was sich aber nach ca. 100 Seiten völlig ändert. Viele
dramatische Ereignisse schmücken das Geschehen und es wird von Seite zu Seite
spannender. Auch die Gestaltung der Charaktere ist Kim Winter bestens gelungen.
Der Leser taucht in die Gefühlswelten der Protagonisten ein. Liebt und leidet
mit ihnen, oder wird zornig und traurig. Ich musste ein paar Tränen vergießen,
denn das Buch hat mich tief berührt. Es gab auch wieder ein paar neue
Erfindungen aus der Zukunft zu entdecken. Flybikes, Eispapier, welches das Eis
auch in der Sonne nicht zum Schmelzen bringt, selbst reinigende Teppiche und
Retrokaufhäuser mit Dingen aus der unseren jetzigen Zeit. Kim Winter spricht
auch in diesem Buch wieder viele wichtige Themen, wie den Umweltschutz, den
Umgang mit Tieren und die Intoleranz gegenüber anderen Kulturen, an. Ich habe
das Gefühl, dass sie so ihre eigenen Wertvorstellungen mit in dieses geniale
Buch einbaut. Vielleicht lernen wir ja so die Autorin auch ein Stück weit
besser kennen…

Hoffentlich dauert es nicht mehr lange, bis Teil 3 veröffentlicht wird, denn
ich bin wirklich traurig, dass ich die Welt von Iason und Mia jetzt wieder
verlassen muss.
Ich kann diesem Buch wirklich jedem empfehlen und nicht nur Jugendlichen, denn
es ist ein wunderschönes Buch mit tollen Protagonisten, neuen Ideen und
berauschenden Gefühlen.

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Sternensturm von Kim Winter

ePub
Verlag: impress
Erscheinungsdatum: 22. Mai 2012 
ISBN: 978-3522503099

5 Replies to “[Rezension] „Sternensturm“ von Kim Winter

  1. Hab das Buch gestern noch bei Amazon bestellt und hoffe der Postbote ist schnell!!! Will es doch unbedingt auch noch vor der Blogtour lesen!

    LG Luminchen

    P.S. Deine Rezi hat mich jetzt noch hibbeliger gemacht! Schön geschrieben…vor allem der Teil mit "ein Hauch Poesie kombiniert mit viel Gefühl"….das beschreibt den Schreibstil von Kim Winter total gut!!!

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