"House of Ghosts - Der aus der Kälte kam" von Frank M. Reifenberg, Kinderbuch
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Schon der erste Teil der Reihe hatte meinem Sohn und mir gut gefallen. Die Geschichte hatte aber einige Längen, insbesondere durch das großzügige Zitieren aus dem Handbuch für Spukerscheinungen. Dieser Kritikpunkt hat sich zu meiner großen Freude in Luft aufgelöst. Wo der Auftakt mit kleinen Ausschweifungen die Aufmerksamkeit stellenweise etwas schwer halten konnte, ist jetzt durchgängig Spannung und Schwung vorhanden. Auf Auszüge aus dem Spukhandbuch wurde sogar vollständig verzichtet. Da ich hier einen nicht ganz unbeachtlichen Stapel ungelesener Bücher beherberge, wollte ich in „House of Ghosts – Der aus der Kälte kam“ erst einmal kurz reinlesen… einige Stunden später war ich damit durch. Eine super unterhaltsame Fortsetzung! 

Die Handlung beginnt dort, wo Band 1 endete. Mit kurzen, aber nicht zu langen Erklärungen wird Bezug auf die bisherigen Ereignisse genommen, so dass man gut in die Geschichte hinein findet. Ansonsten erzählt Reifenberg aber eine eigenständige neue Story. In der Fleischerei spukt es und die Bürgermeisterin will sich das Haus der Bowers unter den Nagel reißen. Gleichzeitig quälen die Familie immer noch Geldsorgen. Es gibt also einige Probleme… nicht zuletzt ist da immer noch der Einäugige, der Melli davon abhalten will, den Seelen der Verstorbenen ins Jenseits zu verhelfen.

Gespensterfan und Nachbarsjunge Hotte ist wieder mit von der Partie und auch die beiden Geister Erasmus und Lodovico. Der Schauplatz verlagert sich ansonsten aber weiter ins Dorf Kohlfincken hinein,
so dass neue Protagonisten frischen Wind in die Geschichte bringen. Mit
der Metzgerei „Rackermann & Söhne“ hat Frank Reifenberg den perfekten Ort für seinen Spuk gewählt. Ein eisiges
Kühlhaus und eine Metzgersfrau, die ab und zu mit einem Hackebeil
bewaffnet durch die Gegend läuft, bescheren tolle Gänsehautmomente, die aber durchweg altersgerecht sind.

Weiterhin ist die Reihe äußerst humorvoll. Ich fand diesen Teil sogar witziger als den Auftakt. Alles wirkt leicht, locker und ausgelassen. Selbst der Part des Geistes fügt sich kindgerechter in die Geschichte ein. Die Perspektive ist weniger schwermütig, vermittelt aber einen kleinen Einblick in das Leben zu früheren
Zeiten.

Stellenweise trägt Frank Reifenberg vielleicht etwas dick auf. Während die Erwachsenen oft nicht besonders helle scheinen (Kinder wird’s freuen!), handeln Hotte und Melli in meinen Augen teilweise zu erwachsen, beispielsweise, wenn sie nachts mit einem Stemmeisen in die Metzgerei einbrechen oder mal eben ein Auto stehlen wollen. Mehr zu bemängeln habe ich aber nicht und weil man spürt, dass der Autor mit weniger Ernst an die Sache heran gegangen ist, hat es mich im Grunde auch nicht gestört.

Erwähnen möchte ich unbedingt noch die wunderbaren, witzigen Illustrationen von Fréderic Bertrand, die nicht nur das Cover zu einem tollen Blickfang machen, sondern auch im Innenteil zu finden sind. Bertrand hat ja bereits die Scary Harry Reihe begleitet und verleiht auch „House of Ghosts“ mit seinen lustigen Bildern im Comic-Stil einen großen optischen Charme.
 
Fazit: Mit „House of Ghosts – Der aus der Kälte kam“ ist dem Autor ein toller zweiter Band gelungen. Humor und Spannung werden weiter ausgebaut, vorhandene Längen hingegen ausgemerzt. Da es am Ende wieder einen Cliffhanger gibt, bin ich mehr als gespannt auf den Abschluss der Trilogie, zumal kleine Überraschungen auf ein ereignisreiches Finale hindeuten.


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House of Ghosts – Der aus der Kälte kam von Frank M. Reifenberg

Illustrationen: Fréderic Bertrand
E-Book: 176 Seiten
Verlag: Ars Edition
Erscheinungsdatum: 18. September 2017
ISBN: 978-3845817156
Altersempfehlung: 10 – 12 Jahre 

3 Replies to “[Rezension] „House of Ghosts – Der aus der Kälte kam“ von Frank M. Reifenberg

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