"Zoë" von Clay Carmichael, Kinderbuch
Copyright: Hanser

Es gibt viele Bücher in meinem Regal, die schon längere
Zeit darauf warten, von mir gelesen zu werden. Je nach Stimmung schlendere ich
dann an meinem Bücherregal auf und ab, streichele über die Buchrücken,
bewundere Cover, lese Klappentexte und entscheide spontan, welche Geschichte
als Nächstes gelesen wird. Manchmal frage ich mich, welche Schätze mein Regal
beherbergt. Auch „Zoë“ von Clay Carmichael stand schon fast 2 Jahre zwischen
anderen gelesenen und ungelesenen Büchern und erst jetzt weiß ich, was für
einen Schatz ich 2 Jahre habe warten lassen.

Zoë weiß, wie man sich durch das Leben schlägt, denn
schon sehr früh musste sie lernen, für sich selbst zu sorgen. Mit ihren 11
Jahren hat sie sich zu einer kleinen Lebenskünstlerin gemausert und gestaltet
ihren Alltag, wie sie es möchte. Nach zahlreichen Enttäuschungen und dem unerwarteten
Tod ihrer psychisch kranken Mutter nimmt Zoës Leben eine überraschende
Wendung. Trotz sehr großem Misstrauen gegenüber jedem Erwachsenen ist sie
gezwungen, sich bei ihrem unbekannten Onkel Henry einzugewöhnen und sich an ein
Leben anzupassen, in dem jemand anderes als sie die Regeln bestimmt.

Selten gibt es Bücher, die mich mit ihrer Geschichte ab
der ersten Seite gefangen nehmen und einhüllen wie eine warme Decke.
Geschichten, von denen man nicht genug bekommen kann und Angst hat, dass sie bald
gelesen sind und man die liebenswerten Charaktere zurücklassen muss. Bei „Zoë“ von Clay Carmichael war es so.
Begeistert war ich vom Aufbau dieser Geschichte.
Carmichael verknüpft viele Schicksale miteinander und zwingt somit die drei
wichtigsten Hauptcharaktere, sich miteinander zu arrangieren. Aber eigentlich
sind sich alle drei sehr ähnlich, besonders in einem Punkt. Sie haben Bedeutendes
erlebt, einige Narben davongetragen und mussten vieles aufgeben für ein Leben
in Freiheit. Freiheit, die sie in vollen Zügen genießen. Sehr interessant ist
es für den Leser zu erfahren, was hinter den einzelnen Schicksalen steckt.

Carmichael berichtet über die manchmal etwas komplizierte
aber sehr lebhafte Schicksalsgemeinschaft aus zwei sich abwechselnden
Perspektiven. Für mich eine sehr gelungene Mischung, denn so erfahren wir nicht
nur Zoës Sichtweise auf die Personen und Ereignisse, sondern auch aus einer
sehr nüchternen und nicht menschlichen Betrachtungsweise: die des Katers Herr
Kommkomm. Herr Kommkomm war für mich eine zusätzliche Bereicherung dieser
Geschichte, weil er so einen großen Kontrast zu allen Menschen darstellt und
ich bin mir sicher, dass nicht nur Tierfreunde ihn in ihr Herz schließen
werden.

Clay Carmichael hat einen für mich besonderen Stil. Durch
die außergewöhnliche Gestaltung ihrer Geschichte, mit wundervollen aber auch
manchmal traurigen Ereignissen und liebenswerten literarischen Figuren, erkennt
man, dass auch die Autorin selbst ein sehr liebenswürdiger Mensch sein muss.
Ich hoffe, Clay Carmichael schreibt noch viele außergewöhnliche Geschichten,
die aus dem Leben gegriffen sind. Im Juli dieses Jahres erschien auf Englisch „Brother, Brother“ und ich hoffe sehr, dass dieses Buch auch ins Deutsche
übersetzt wird.

„Zoë“ von Clay Carmichael ist für mich ein unerwartetes
Leseerlebnis gewesen. Ich bin sehr froh, dass ich es aus meinem Regal befreit
habe und ich muss es jedem Leser ans Herz legen, der Geschichten liebt, in
denen es ums Leben geht. „Zoë“ trifft den Leser mitten ins Herz.

WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Zoë von Clay Carmichael 
Taschenbuch: 256 Seiten 
Erscheinungsdatum: 29. August 2011 
ISBN: 978-3446237834

10 Replies to “[Rezension] „Zoë“ von Clay Carmichael

  1. Schöne Rezi!! 🙂
    Ich fand das Buch auch wirklich gut aber irgendwie ist es mir kaum in Erinnerung geblieben, sodass ich es wahrscheinlich irgendwann nochmal lesen werde… 😉

    Liebe Grüße, Selina

  2. Ohhh, "Zoe" fand ich auch sooo toll!

    Ich hatte auch keine Ahnung, was mich mit diesem Buch erwartet und das es so eine wahre Überraschungstüte wird, hat mich so….ja überrascht :D.
    Ich mochte die Kapitel, die die Katze erzählt hat ^^. Hat mich sehr an meine Katze erinnert :D.

    Sehr schöne Rezi :)… Ich mag deinen Header *_*!

    LG clärchen 🙂

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