Bildquelle: Loewe

Zu Beginn meiner Bloggertätigkeit bin ich an keinem futuristischen Jugendbuch vorbeigekommen. Ich habe die manchmal etwas gruseligen Zukunftsvisionen buchstäblich inhaliert – von der ersten bis zur letzten Seite. Doch irgendwann fingen sie an, mich zu langweilen. Die Ideen aus den Geschichten tauchten immer und immer wieder auf und verloren somit ihren Reiz. Heute lese ich nur noch sehr selten Bücher aus diesem Genre. Doch hin und wieder habe ich Lust auf ein bisschen Fantasy.

Kürzlich las ich „Warcross – Das Spiel ist eröffnet“ von Marie Lu und bin heute noch froh, dass ich mich von der Beschreibung als Cyberpunk-Jugendbuch nicht habe abschrecken lassen. Alle Bücher, die ein ähnliches Thema hatten, haben mich restlos enttäuscht. Da ich jedoch die Stärken der Autorin kenne, war ich einfach neugierig, wie sie dieses Thema umgesetzt hat.

Virtuelle Welten und die Realität

Das Setting ist ziemlich extravagant, aber nicht weit hergeholt. „Warcross“ ist ein Videospiel, das man eigentlich gar nicht so bezeichnen kann. Es ist eine Lebensform, denn alles dreht sich um dieses Spiel. Sein Erfinder Hideo Tanaka hat dafür einen außergewöhnlichen NeuroLink erschaffen, der seinem Benutzer erlaubt in jede gewünschte virtuelle Welt abzutauchen und die Realität zu vergessen. Und darin lauert eine große Gefahr …

„Es gibt immer noch Leute, die Warcross für nichts als ein albernes Spiel halten. Andere behaupten, es sei revolutionär. Für Millionen von uns dagegen ist es der einzige absolut verlässliche Weg, unsere Probleme zu vergessen.“ Seite 41

Mit dem Spiel lassen sich ganze Arenen füllen, denn die Warcross-WM zählt weltweit zu den größten Events. Auch Emika Chen, die literarische Hauptfigur ist ein riesiger Warcross-Fan. Die begabte Hackerin stolpert durch einen virtuellen Zwischenfall direkt in die Weltmeisterschaft und nun beginnt für sie ein spannendes Abenteuer, das ihr gesamtes Leben verändert.

Viel mehr möchte ich von der Handlung auch gar nicht preisgeben, denn ich kann euch allen nur empfehlen, selbst in diese virtuellen Welten abzutauchen. Auch wenn man (wie ich) überhaupt nichts mit Computerspielen anfangen kann. In diesem Buch warten viele geniale Ideen und eine sehr spannende Handlung auf den Leser.

Eine spannende Handlung und schillernde Kulissen

„Warcross – Das Spiel ist eröffnet“ ist der erste Band einer Dilogie. Diese Tatsache bemerkt man zu Beginn der Geschichte sehr deutlich, denn es hat gut 60 Seiten gedauert, bis die Story an Tempo zunimmt. Hier beweist Marie Lu erneut, wie ausdrucksstark und bildhaft ihr Schreibstil sein kann. Denn die Schauplätze dieser Geschichte werden so detailreich beschrieben, dass ich sie vor meinem inneren Auge sehen konnte. Und nicht nur das. Es war fast so, als wäre ich mittendrin – quasi als stumme Begleiterin.

In den ruhigeren Passagen lernen wir Leser die Hauptprotagonistin Emika Chen kennen, bevor sich die Handlung buchstäblich überschlägt und auf dramatische Weise an Tempo zunimmt. Emika Chen ist eine facettenreiche und interessante literarische Figur, die uns Leser in diesem ersten Teil sicher noch nicht alles von ihrer Persönlichkeit präsentiert hat.

Obgleich ich von der Idee, der spannenden Handlung und den schillernden Kulissen aus „Warcross – Das Spiel ist eröffnet“ völlig fasziniert war, gab es auch ein paar Schwachstellen. Denn das eine oder andere Ereignis war doch vorhersehbar. Auch wie die kleine Romanze, die mit der Handlung verwoben wurde. Trotzdem bin ich sehr neugierig auf den Folgeband. Ich glaube fest daran, dass Marie Lu noch nicht alles aus dieser Geschichte und ihren literarischen Helden herausgeholt hat.

 

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Warcross – Das Spiel ist eröffnet von Marie Lu

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Verlag: Loewe

Erscheinungstermin: 17. September 2018

ISBN-13: 978-3785587720

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

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