Gute Nacht, lieber Mond - Margaret Wise Brown, Clement Hurd
Bildquelle: Diogenes

Wenn ich an Bücher aus dem Diogenes Verlag denke, fällt mir
sofort eine Vielzahl von außergewöhnlichen Büchern talentierter Autoren ein,
die für mich zur gehobenen Literatur zählen. Auch das sehr einheitliche
Coverdesign ist sofort präsent. Dank meines Sohnes hat sich mein Blickwinkel
bezüglich Literatur etwas verändert und bei der Sichtung der
Verlagsprogramme verweile ich jetzt auch bei Kinderbüchern, die mir bisher entgangen sind. Durch diese Veränderung durfte ich den Diogenes Verlag noch einmal
ganz neu kennenlernen.

Die Kinderbücher von Diogenes bestechen mit einem eigenen
Stil und fallen dank ihrer außergewöhnlichen Gestaltung sofort ins Auge. Ein
Buch hatte meine Neugier besonders geweckt: „Gute Nacht, lieber Mond“ von
Margaret Wise Brown und Clement Hurd, welches zu den großen Klassikern der
Kinderliteratur gehört, mir jedoch gänzlich unbekannt war.

Welche Mutter kennt es nicht? Je näher die Zeit zum
allabendlichen Zubettgehen rückt, umso einfallsreicher werden die Kinder. Sie
möchten lieber noch ein bisschen spielen, etwas trinken oder etwas essen und
natürlich eine Gutenachtgeschichte nach der anderen vorgelesen bekommen. So
vergeht die Zeit und man wundert sich, dass das eigene Kind wieder so spät
schläft. Mit „Gute Nacht, lieber Mond“ habe ich mir bewusst ein Kinderbuch
ausgesucht, welches man sehr gut für ein Ritual benutzen kann, um die
abendliche Zeitschinderei zu durchbrechen.

„Gute Nacht, lieber Mond“ erzählt auf stimmungsvolle
Weise die Geschichte von einem kleinen Hasen, der sich mit dem Schlafen etwas
schwer tut. Denn dieser kann erst einschlafen, nachdem er all seinen Sachen, die sich
in seinem Zimmer befinden, Gute Nacht gesagt hat. Und das sind einige. 

Die
Geschichte beginnt mit sehr farbintensiven, detailverliebten und oft etwas groberen Illustrationen
von Clement Hurd, die den gereimten und recht kurz gehaltenen Text auf wunderbare Weise ergänzen. Zugegeben, an den Stil der Illustrationen musste ich mich erst einmal gewöhnen, da ich etwas feinere und weiche Zeichnungen bevorzuge. Mein 2-jähriger Sohn war jedoch sofort Feuer und Flamme und im Laufe der Handlung empfand ich Hurds Stil als sehr erfrischend.
Die
Seiten, auf denen viele Szenen abgebildet  und ausführlich beschrieben sind, werden
abwechselnd bunt oder in schwarz-weiß koloriert. Im Laufe der Handlung werden
die Farben etwas gedämpfter und das Zimmer dunkler, bis man die Szenen kaum
noch wahrnehmen kann. Nur das gemütliche Feuer im Kamin flackert weiter vor
sich hin. Mit jeder Seite lernt man das Zimmer des kleinen Hasen etwas besser
kennen, entdeckt neue Details oder Szenen und begleitet ihn sanft in seinen
wohlverdienten Schlaf.

„Gute Nacht, lieber Mond“ von Margaret Wise Brown und
Clement Hurd ist für meinen Geschmack eine gute Abwechslung zu den üblichen Gutenachtgeschichten, die
ich zusammen mit meinem Sohn gelesen habe. Vor allem die von Hurd gezeichneten Illustrationen sind unverwechselbar in ihrem Still und erschaffen beim Lesen eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre. Selbst
mein kleiner Sohn, der den ganzen Tag sehr aktiv ist, entspannt sich mit jeder
gelesenen Seite etwas mehr. Deswegen eignet sich diese Geschichte besonders für
ein allabendliches Ritual vor dem Zubettgehen. 

Gute Nacht, lieber Mond von Margaret Wise Brown und Clement Hurd
Originaltitel: Goodnight Moon
Übersetzer: Patrick Süßkind 
Gebundene Ausgabe: 36 Seiten 
Verlag: Diogenes
Erscheinungstermin: 28. September 2016 
ISBN: 978-3257011869 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 24 Monate – 4 Jahre

2 Replies to “[Rezension] „Gute Nacht, lieber Mond“ von Margaret Wise Brown mit Bildern von Clement Hurd

  1. Hallo du,
    von diesem Buch habe ich noch nie gehört. Aber deine Rezension "…nur das gemütliche Feuer im Kamin flackert weiter vor sich hin" hat sogar mich nach einem anstrengenden Arbeitstag so richtig schön runter geholt und entspannt.
    Allerliebste Grüße und ein schönes Wochenende
    Alex

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