Flasche von Soheyla M. Sadr, Jugendbuch
Copyright: Kilian Andersen Verlag

Manchmal entwickeln sich aus Begegnungen wirklich wunderbare Dinge. Erst vor Kurzem war ich auf einer Veranstaltung zum Thema Buch in Hamburg. Dort traf ich zufällig eine Dame, mit der ich mich über mein Hobby unterhalten habe. Nachdem wir eine Weile plauderten, erzählte sie mir von einer Autorin, die sie kennt und die demnächst ein Jugendbuch veröffentlicht. Zufällig wohnt diese Autorin ganz in meiner Nähe. Auch der Verlag, in dem das Buch erschienen ist, hat seinen Sitz in der wunderschönen Stadt Lübeck. Mehr musste ich erst einmal gar nicht wissen, denn diese Tatsachen machten mich sehr neugierig. Ich bekomme einen ganz anderen Bezug zu einem Buch, wenn die Schauplätze womöglich ganz in meiner Nähe sind. Jedoch hatte ich nicht im Geringsten eine Ahnung, was für eine imposante Geschichte da auf mich wartete. Als ich dann in Kontakt mit der Autorin Soheyla M. Sadr trat, berichtete diese mir von ihrem Buch „Flasche“. Meine restlichen Zweifel, ob dies ein Buch für mich sein könnte, verflogen.

Der Titel des Jugendbuches „Flasche“ ist ein Teil der gesamten Geschichte. Denn diese handelt von einem Mädchen, dass Flasche genannt wird – warum ist zunächst nicht ganz klar. Flasche berichtet uns Lesern von ihrem Leben, das nicht läuft. Es humpelt, kreist um schwarze Löcher und fällt hin. Flasche hat in ihrem recht kurzen Leben schon einen großen Verlust erlitten – ihr Vater ist vor zwei Jahren gestorben und hat eine tiefe Traurigkeit zurückgelassen. Nach seinem Tod hat sich einiges – auf unschöne Weise – im Leben der 14-Jährigen verändert. Jetzt ist sie von Kummer und Angst erfüllt und sucht einen Weg sich zu öffnen, um sich von dem erdrückenden Ballast zu befreien. Die literarische Hauptfigur schreibt sich ihren Kummer in Briefform von der Seele. Anfangs noch etwas zögerlich, öffnet sich Flasche mit jedem Kapitel etwas mehr. So erfahren wir Leser vieles aus ihrem tiefsten Inneren und ihrem bewegenden Leben.

Worte haben heilsame Kräfte

Es gibt Bücher, über die darf man eigentlich nicht zu viel erzählen. Außer vielleicht, dass sie unbedingt gelesen werden müssen! Genau so ist es mit „Flasche“. Als ich die ersten Seiten las, war ich tief beeindruckt. Beeindruckt von sprachgewandten und tiefsinnigen Sätzen, die man von einer 14-Jährigen nicht erwartet. Ich wurde aber nicht nur von eindringlichen Worten überrascht, sondern auch von der Umsetzung der Idee zur Geschichte, mit einem großartigen Schreibstil. Am bemerkenswertesten war für mich jedoch die literarische Hauptfigur, die uns Lesern indirekt, durch die verfassten Briefe, von ihrem Leben und ihrer Gefühlswelt mitteilt. Wir erleben dadurch viele sehr eindringliche und traurige, aber auch viele wunderbare und zu Herzen gehende Momente. Wir erleben auch viele Veränderungen, die im Laufe der Handlung mit Flasche geschehen. Oft sind es Situationen, an denen sie wachsen kann. Für den Leser sind diese Momente sehr wertvoll, weil sie bedeutsame Botschaften vermitteln.

Obgleich „Flasche“ von Soheyla M. Sadr mit seinen knapp 130 Seiten kein dickes Buch ist, hat es vieles zu bieten. Neben der bewegenden Geschichte, die mit wortgewaltigen Sätzen erzählt wird, ist die Gesamtgestaltung auch noch hervorzuheben. Jedes neue Kapitel wird mit einer neuen kurzen Überschrift eingeleitet. Manchmal findet man darunter die Definition eines Heilkrauts, ein Zitat oder ein Rezept, welche sich stimmig ins Geschehen einfügen. Viele Seiten werden von sehr divergenten und schönen Illustrationen, die die Autorin in Schwarz-Weiß gehalten hat, verziert.

Jetzt habe ich doch wieder mehr über dieses Jugendbuch geschrieben, als ich eigentlich wollte. Denn jeder von euch sollte „Flasche“ auf seine Weise lesen und erleben. Für mich ist es ein ganz besonderes Buch, dem man anmerkt, wie viel Herzblut alle Beteiligten in die Fertigung dieser wunderbaren Geschichte gesteckt haben.

 

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„Flasche“ von Soheyla M. Sadr

Taschenbuch: 140 Seiten

Verlag: Kilian Andersen Verlag

Erscheinungstermin: September 2018

ISBN: 978-3-9813623-8-1

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