Dies ist keine Liebesgeschichte von Don Zolidis, Jugendbuch
Copyright: Dressler Verlag

Wenn du nach einer lockerleichten Geschichte suchst, die dir deine Lesezeit mit etwas Herzschmerz und bewegenden Momenten versüßen soll, dann sei doch bitte nicht so dumm – wie ich – und greife zu einem Buch, welches mit seinem Titel eigentlich komplett das Gegenteil aussagt. Was an dem Buch „Dies ist keine Liebesgeschichte“ von Don Zolidis hat mich also davon überzeugt, dass es vielleicht doch eine Liebesgeschichte ist? Waren es die zart roten Herzen, die das Cover auf verspielte Weise zieren? Oder liegt es daran, dass ich mir grundsätzlich keine Beschreibungen auf der Rückseite der Buchdeckel durchlese? Denn da steht es ja auch deutlich: „Die rasanteste und berührendste Nicht-Liebesgeschichte aller Zeiten!“ Doch auch ein Beziehungsdrama kann durchaus eine Liebesgeschichte sein.

Man nehme einen Nerd und das schönste Mädchen der Schule und mache daraus ein Paar …

Zugegeben – das klingt nicht nach einer völlig neu erzählten jugendlichen Liebesgeschichte. Und dennoch bleibt es eine Nicht-Liebesgeschichte. Auch wenn wir Leser einiges über Craigs erste große Liebe und die zahlreichen Trennungen und Versöhnungen erfahren. Vielmehr erfahren wir jedoch über Craigs (nerdige) Leben und die Probleme in seiner Familie. Jetzt könnte man denken, dass es doch eine interessante Mischung für ein Jugendbuch ist. Doch leider hat Don Zolidis meiner Meinung nach nicht viel aus diesem Stoff herausgeholt.

Allein die Tatsache, dass Don Zolidis seine Geschichte mit Trennung Nummer drei beginnt – ohne dass die Leser überhaupt wissen, wie alles begonnen hat – spricht für mich Bände. Nach der ersten beschriebenen Trennung lässt er seine literarische Hauptfigur Craig aus seiner Kindheit berichten, um anschließend mit Trennung Nummer fünf aufzuwarten. Mit dieser sehr sprunghaften Erzählweise bekommt die Handlung einen sehr unaufgeräumten und unscharfen Touch.

Was für ein Durcheinander!

Fast scheint es so als würde dem Autoren das On/OFF Prinzip der Beziehung der zwei Hauptprotagonisten nicht genügen. Denn die Geschichte wird aufgebauscht von einer Vielzahl an literarischen Akteuren, die mich persönlich immer wieder von dem eigentlichen Geschehen abgelenkt haben. Oftmals konnte ich sie gar nicht zuordnen. Am blassesten blieb für mich eine der wichtigsten Personen aus dieser Geschichte: Craigs große Liebe Amy. Bis zum Schluss habe ich ihre Beweggründe sich ständig von Craig zu trennen nicht verstanden.

Zwischen diversen Passagen blitzten die literarischen Fähigkeiten von Don Zolidis durch. Auch wenn ich in den spitzzüngigen und humorvollen Dialogen zwischen Craig und seiner Schwester die nötige Tiefe für die Geschichte nicht gefunden habe, konnten diese mich doch bestens unterhalten.

„Dies ist keine Liebesgeschichte“ von Don Zolidis verspricht in seinem Titel wirklich nicht zu viel. Es ist keine wirkliche zu Herzen gehende Liebesgeschichte. Vielmehr ist es eine Geschichte über einen nerdigen Außenseiter, dessen Erzählstil genau so durcheinander ist, wie sein Leben und sein Liebesleben. Mich persönlich konnte Craigs Geschichte nicht erreichen.

 

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Dies ist keine Liebesgeschichte von Don Zolidis

Übersetzung: Susanne Klein

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Verlag: Dressler

Erscheinungstermin: 18. März 2019

ISBN-13: 978-3791500737

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

2 Replies to “[Rezension] „Dies ist keine Liebesgeschichte“ von Don Zolidis

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