Cat & Cole: Ein grausames Spiel von Emily Suvada
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Der lieben Katrin ist es zu verdanken, dass auf dem Blog zuletzt einige tolle Bücher vorgestellt wurden, denn sie hat fleißig rezensiert. Von mir selbst gab es nicht allzuviel zu lesen. Um genau zu sein: Es gab überhaupt nichts von mir zu lesen. Hüstel. Das hat mehrere Gründe. Zum einen hatte ich einiges um die Ohren. Runde Geburtstage, Arbeit, die Konfirmation des Kleinen bzw. nicht mehr ganz so Kleinen. Ihr kennt das sicher… manchmal fehlt im Alltag vor lauter Trubel einfach die Muße, sich auf etwas zu konzentrieren.

Zum anderen steckte ich in einer schlimmen Leseflaute fest. Ausgelöst durch die vorliegende Jugenddystopie, „Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel“. Dabei kann ich Autorin Emily Suvada eigentlichen keinen Vorwurf machen: Ihr Schreibstil hat Pep und der Aufbau ist ganz ähnlich wie in Band 1. Und den hatte ich immerhin mit vier Sternen bewertet.

Cat Superwoman – JugendDystopie oder Fantasy?

Trotzdem habe ich gut vier Wochen für die Lektüre gebraucht. Ich musste mich aufraffen, täglich wenigstens ein paar Absätze zu bewältigen. Schon im Auftakt hatten mich die vielen dramatischen Wendungen und die stets kurz darauf folgenden raschen Problemlösungen gestört. Dieses Mal war ich davon stark genervt.

Emily Suvada hat ihre Geschichte als interessante Dystopie begonnen, in der die Menschheit gegen einen beängstigenden Virus kämpft, entfernt sich aber zunehmend von der eigentlichen Thematik. Sie verstrickt sich in technischen Spielereien, deren Möglichkeiten sie immer weiter in die Höhe treibt, worunter der rote Faden und die Glaubwürdigkeit leiden. Menschen, die mit Gedankenkraft töten, Explosionen verursachen und Hubschrauberabstürze herbeiführen, ihre Persönlichkeiten spalten und ganz nebenbei mehrfach von den Toten auferstehen. Wunder über Wunder. Mir war das zuviel des Guten. Zuviele Superkräfte, aber auch zuviel Drama.

„Pass auf, das war so. ne doch nicht. oder doch?“

Es passiert sehr viel in diesem zweiten Band. Trotzdem hatte ich den Eindruck, mich nicht wirklich von der Stelle zu bewegen, sondern lediglich immer neue, überraschende Details zu erfahren. Über Cats Mutter. Die Motive von Cats Vater Lachlan. Den Grund für Cats Erinnerungslücken und die Rolle von Technikgenie Jun Bei. Auch wurden einige neue Charaktere eingeführt. Der Leser ist dabei gezwungen, alle paar Seiten die Lage aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, weil kaum eine Figur mit offenen Karten spielt und Fakten jederzeit widerlegt werden können. Sehr anstrengend! Dazwischen streut die Autorin reichlich Action und wieder jede Menge technisches Vokabular, was die Sache leider auch nicht zugänglicher machte.

Fazit: Die Grundidee einer von Menschenhand zerstörten, aber hochtechnisierten Welt, in der gedankenlos manipuliert und herumgepfuscht wird, gefällt mir nach wie vor gut. Für meinen Geschmack ist die Geschichte aber zu überladen mit technischem Schnickschnack, Wendungen und unglaubwürdiger Action. Das Ganze wirkt auf mich wie ein nicht enden wollender Besuch im Freizeitpark – eine Attraktion größer als die andere, aber nach der hundertsten Fahrt in der Achterbahn, wird auch diese langsam fade. Da für Band drei keine Abweichung von diesem Muster zu erkennen ist, muss „die nächste Fahrt“ wohl ohne mich stattfinden.

 

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Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel Broschiert von Emily Suvada
Original: This Cruel Design (Mortal Coil)
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
E-Book: 464 Seiten
Verlag: Planet! Thienemann-Esslinger Verlag
Erscheinungstag: 11. April 2019
ASIN: B07JG9TGWK
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre

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