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Die drei Fragezeichen begleiten mich schon ewig. Seit meiner Kindheit. Und die ist genau genommen schon ein paar Jahrzehntchen her. Aber die Hörspiele laufen, wie bei sovielen von euch, immer noch bei mir. Ob beim Autofahren, Bügeln, Joggen oder Einschlafen – Justus, Bob und Peter sind dabei. Nicht ständig, aber ziemlich oft.

Es lag daher nahe, mir mal die beiden Graphic Novels des Kosmos-Verlags anzusehen. Gestartet habe ich mit dem zweiten Band, „Die drei ??? – Das Dorf der Teufel“ (2017). Keine schlechte Entscheidung, wie ich im Nachhinein feststellen musste. Denn ein Blick in Band 1, „Der dreiäugige Totenkopf“, zeigt, dass der Zeichenstil zwischenzeitlich deutlich gereift ist.

Im ersten Buch setzt das Illustratoren-Gespann Taubner-Wiegand noch auf einheitlich blau-schwarz-weiße Bilder. Dabei wirken die Zeichnungen irgendwie verschwommen, blau-überladen. Zu klein, monoton und kontrastarm. Es fehlt die klare Handschrift. Im Nachfolger fügen sich die (weiterhin) sparsam verwendeten Farben viel besser ein. Der Stil ist düsterer, gedeckter. Was zur unheimlichen Stimmung der Geschichte passt. Je dramatischer es auf den Seiten zugeht, desto größer sind die Zeichnungen. Das verleiht der Handlung Struktur und hilft dem Leser, sich zurechtzufinden.

Teufel noch… was geht da vor?

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Inhaltlich angesprochen werden – wie immer – nicht nur ältere Kinder, sondern auch Erwachsene: Der Fernsehkoch Daniel Jacobson ist verschwunden. Ein verlorenes Amulett führt die drei Detektive erst zu dessen Frau und von dort ins abgelegene Nest Redwood Falls. Schnell wird klar: Etwas stimmt hier nicht. Dass die Einwohner keinen Strom und damit auch keine Handys oder Computer haben, ist an sich schon ungewöhnlich. Aber, dass sie nachts in Teufelskutten durch die Gegend streifen, ist definitiv verdächtig.

Ich habe die Graphic Novel in einem Rutsch gelesen. Die drei Fragezeichen bewegen sich – abseits von ihrem Heimatort Rocky Beach – mal wieder auf unbekanntem Terrain, was schon in einigen der frühesten Folgen der Spannung zugute kam. So ist es vor allem die geheimnisumwitterte Atmosphäre in dem einsamen Bergdorf, gekonnt eingefangen vom Zeichnerteam, das für Nervenkitzel sorgt.

Die Auflösung enttäuscht ein wenig. Immerhin müssen die Autoren erklären, warum ein ganzes Dorf zwischenzeitlich in bizarre Hysterie verfällt und hinter Justus, Bob und Peter her ist. Die Motive dafür sind etwas weit hergeholt. Schließlich betrifft die ominöse Gruppendynamik in Redwood Falls echte Menschen und keine Herde Kühe. So aber verhalten sich die Bewohner. Offenbar hat – zeitweise – niemand in dem Dorf einen Funken Verstand im Kopf. Das muss man so hinnehmen, hilft ja alles nichts. Kennt man außerdem schon von vielen der neueren Hörspiel-/Buchfolgen. Wie so oft, wäre weniger mehr gewesen.

Die erste Hälfte reißt es raus: Dem Autoren-/Zeichner-Team gelingt bestes Drei-Fragezeichen-Ambiente. Witzige Wortduelle, pfiffiges Kombinieren, brenzlige Situationen. Die unterschiedlichen Charakterzüge der Drei wurden gut eingefangen und besonders die Ankunft im mysteriösen Dorf fesselt ungemein.

Fazit: Auch, wenn die drei Fragezeichen für mich auf ewig in erster Linie Hörspielstars bleiben werden … gerne mehr! Nur bitte weniger fixe Ideen in der Auflösung. Das gilt allerdings für die gesamte literarisch-akustische ???-Produktpalette.

 

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Die drei ??? – Das Dorf der Teufel von John Beckmann und Ivar Leon Menger

Illustrationen: Christopher Tauber

Graphic Novel/Softcover: 128 Seiten

Verlag: Franckh Kosmos Verlag

Erscheinungstag: 7. September 2017

ISBN: 978-3440154717

Altersempfehlung: 10 – 13 Jahre

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