"Partials 1 - Aufbruch" von Dan Wells, Jugendbuch, Dystopie
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Es gab unzählige Kriege auf dieser Erde und der Mensch
entwickelte immer wieder neue Waffentechnologien, um seine Gegner zu schwächen
oder zu bekämpfen. Irgendwann waren diese Waffensysteme einfach nicht mehr
effizient genug und es galt, neue zu erforschen. Der Mensch erschuf eine neue
künstliche Intelligenz, die Partials, die ihre Feinde ein für alle Mal besiegen
sollte. Jedoch bekämpften die übermächtige Spezies nicht nur deren Feinde. Es
entbrannte ein furchtbarer Krieg aus denen die Partials als Sieger hervorgingen
und nur wenige tausend Menschen überlebten. Die letzten Überlebenden haben sich
nach Long Island zurückgezogen und leben mit der täglichen Bedrohung durch die
Partials und einer unheilbaren Seuche.

In dieser düsteren Atmosphäre spielt die Geschichte eines
sehr starken Mädchens namens Kira. Die Sechzehnjährige gehört zu den wenigen,
die immun gegen den tödlichen RM Virus ist. Sie arbeitet als Ärztin in einem
medizinischen Zentrum. Ihr schwieriger Alltag ist ein Wettlauf mit der Zeit,
denn das RM Virus wütet weiterhin und lässt den menschlichen Nachwuchs
sterben. Kira versucht verzweifelt, das Geheimnis um den RM Virus zu lüften und
begibt sich auf eine gefährliche Reise. Eine Reise, die nicht nur ihr eigenes
Schicksal für immer verändern wird.

„Eines Tages werden
überall dort Tiere herumstreunen, wo es sonst von verrückten Zweibeinern
wimmelte. Sie werden aus einem Fluss trinken, zu den Wolken aufblicken und
vergessen, dass sie uns überhaupt je begegnet sind. Das Leben geht weiter. Es
ist sinnlos, irgendwelche Dokumente zu hinterlassen, weil niemand sie lesen
wird.“
Seite 222

Die Welt, in der Kira lebt, ist eine völlig andere, als
wir sie kennen. Energiereserven, die uns heute das Leben sehr erleichtern und
versüßen, sind fast vollständig aufgebraucht. Viele heute moderne Technologien
und auch der Umgang mit ihnen, sind längst in Vergessenheit geraten, weil
niemand sie mehr nutzen kann. Das Leben auf Long Island ist ein unruhiges. Die
Menschen führen ein vom Senat fremdbestimmtes Leben mit einer ständigen
Bedrohung im Nacken durch die Partials, das RM Virus und eine brutale
Rebellengruppe.

„Diese Welt
war ein trauriger Abklatsch der früheren zivilisierten Welt, der Welt vor dem
Zusammenbruch, und nur noch einen Schritt von der Steinzeit entfernt.“

Seite 13

Schon oft wurde ich gefragt, ob ich nicht langsam genug
Dystopien gelesen habe. Es ist doch irgendwie immer dasselbe. Diese Frage lässt
sich heute, nach vielen gelesenen Dystopien immer noch leicht beantworten: Ich
glaube, ich werde nie genug bekommen von spannenden und düsteren
Zukunftsvisionen, denn sie sind keineswegs unrealistisch. Ich lese ein Buch
nicht nur, weil ich es spannend oder die Idee dahinter sehr interessant finde.
Mich reizen Bücher, die mich zum Nachdenken anregen, mich aufrütteln und etwas
in mir bewegen. Ich kann nie genug bekommen von außergewöhnlichen Charakteren,
die sich zu etwas besonderem entwickeln und die scheinbar unüberwindbare
Grenzen überschreiten. Wem es ebenso geht, der bekommt mit diesem Buch alles
vereint.

„Partials 1 – Aufbruch“ von Dan Wells ist in drei Teile
gegliedert, die ich sehr unterschiedlich erlebt habe. Am Anfang erzählt Wells
viel über vergangene Ereignisse und beschreibt das Leben der Bewohner Long
Islands –schätzungsweise im Jahr 2080 – nach der verheerenden Katastrophe, so
dass der Leser genug Freiraum behält, um sich die Kulisse in eigenen Gedanken
selbst zu erschaffen. Für mich war es ein etwas stockender und langatmiger
Anfang, der durch viele Widersprüche bei mir einige Fragen aufwarf. Ab dem
zweiten Teil wurde ich als Leser schlichtweg umgehauen, von der Handlung
überrascht und in einen Leserausch versetzt. Die Handlungsstränge wurden sehr
komplex und mit vielen grandiosen Ideen des Autors versehen. Im dritten Teil
hörte ich es fast vor Spannung knistern und ich konnte mich dieser Welt nicht
mehr entziehen. Viele Fragen, die bei mir im ersten Teil aufkamen, wurden hier
geklärt, wenn auch oft mit einer großen Überraschung. Am Ende klappte ich zufrieden
dieses Buch zu und musste erst einmal tief durchatmen. Zurück blieb eine Sehnsucht
nach den Folgebänden.

Wells hat sich insbesondere mit der Genetik, die einen
Teil von Kiras Wirken ausmacht, einem sehr schwierigen Thema angenommen und gut
aufgearbeitet. Auch wenn ihm hier und da mal ein winziger inhaltlicher Fehler
unterlaufen ist, konnte er dem Leser bestens wichtige Details dazu vermitteln.

Dan Wells hat, mit einem großen Ideenreichtum und gut
verpackter Kritik an die heutige Gesellschaft, ein sehr gelungenen Auftakt zu
einer Trilogie geschrieben. „Partials 1 – Aufbruch“ ist eine erschütternde,
düstere und Nerven aufreibende Zukunftsvision, die nicht nur Dystopie-Fans
begeistern wird.

WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten 
Verlag: Piper/ ivi 
Erscheinungsdatum: 12. März 2013

ISBN: 978-3492702775

2 Replies to “[Rezension] „Partials 1 – Aufbruch“ von Dan Wells

  1. Ich finde die Rezension wirklich gut und ich denke ich werde mir dieses Buch kaufen, da ich Dan Wells sehr gerne mag 🙂
    Ich freue mich schon, mal etwas anderes von ihm zu lesen.
    Vielen herzlichen Dank!

    Ich habe grade neu angefangen zu Buchbloggen und freue mich über jeden Besuch/Leser 🙂 und vor allem auch über tipps. 😀

    Liebe Grüße, Lotti Lunatic
    von lottasbuecher.blogspot.com

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