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„Bittere Schokolade“ von Tom Hillenbrand

Mit großen Schritten gehen wir auf die Weihnachtszeit zu. Und während für viele Menschen diese Zeit von Plätzchen, Kerzenschein und Weihnachtsliedern geprägt ist, bedeutet sie für mich: zwei Wochen Jahresurlaub auf den Kanaren. Und im Gepäck habe ich wie immer den alljährlich erscheinenden neuen „Kieffer“, mit dem man sich herrlich unter Palmen am Meer entspannen kann. Dieses Jahr durfte ich mir den sechsten Band der kulinarischen Krimis mit Schauplatz Luxemburg aber sogar schon vorab reinziehen, und ich verspreche: Es ist für jeden Geschmack – im wahrsten Wortsinn – etwas dabei, denn es geht um Schokolade – und damit auch um Afrika, also genau richtig für die Vorweihnachtszeit – egal ob unter Palmen oder im Schnee.

Xavier Kieffer – ein kulinarischer Kultermittler

Nachdem Tom Hillenbrand unseren luxemburgischen Lieblingskoch Xavier Kieffer schon in Sachen Teufelsfrucht (2011), Yellowfin Tuna (2012), Kartoffeln (2013), Olivenöl (2014) und Guide Michelin (2017) hat ermitteln lassen, führt es ihn dieses Mal über Umwege in seine Vergangenheit als aufsteigender Starkoch in Paris auf die Spur der großen Kakaoindustrie, die natürlich, wie die meisten lukrativen Geschäfte, ethisch nicht ganz einwandfrei verläuft. In die krummen Geschäfte, denen Kieffer mal wieder eher unfreiwillig auf die Schliche kommt, sind viele Parteien verwickelt und der Knoten lässt sich für den Sternekoch erst in Afrika lösen, wo er in große Gefahr gerät…

Huesenziwwi, Bouneschlupp und Schokolade

Der Autor folgt erfreulicherweise seinem üblichen Modus Operandi, ja, er ist sogar etwas zu seinen ursprünglichen Schreibwurzeln zurückgekehrt: Er lässt Xavier hinsichtlich einer Kochzutat über die ganz große Verschwörung stolpern, klärt den Leser über Ursprünge und Verarbeitung auf, belehrt etwas über Ethik und Moral, und veranlasst, dass Kieffer schließlich die Welt ein Stückchen besser macht, obwohl jener doch eigentlich viel lieber nur Huesenziwwi, Bouneschlupp und Rieslingpaschtéit servieren möchte.

Unterstützt wird der Koch dabei vom heimlichen Star der Romanreihe: Dem stets alkoholisierten Finnen Pekka Vatanen. Dessen Kontakte zu Agrarwelt und Europaparlament kommen den heimlichen Ermittlungen zugute, genauso wie das Wissen von Kieffers Liebsten, Valerie, der Chefin des Guide Michelin, das sich allerdings hier im sechsten Band nunmehr auf Tipps im Umgang mit dem Smartphone beschränkt. Neben ihr erscheint der gute Kieffer großväterlich und sie so blass wie das Restaurant-Imperium im Angesicht der neuen Onlinebewertungsportale. Für Valerie wird es Zeit zu gehen – von Kieffer dagegen kann es gerne jedes Jahr einen Roman geben – ich schaue das Jahr 2015 betreffend mal ganz streng in Ihre Richtung, Herr Hillenbrand. Und nein, er soll bitte nicht aufhören zu rauchen! Stattdessen könnte die vielleicht die Kommissarin ein bisschen Pfeffer in die Sache bringen. Apropos „Pfeffer“ – weiß jemand wo und wie der Pfeffer wirklich wächst? Nächstes Jahr…?

Fazit

Wer noch eine kleine Aufmerksamkeit für Freunde und Verwandte zu Nikolaus oder Weihnachten sucht, dem sei dieses Büchlein ans Herz gelegt. Es lässt sich wunderbar zusammen mit einer Packung heißer Schokolade oder ein paar Pralinen (und bitte auf Fair Trade achten) verschenken. Lasst es euch schmecken!

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