Copyright: Carlsen

Ihr mögt Liebesgeschichten? Aber keine Schnulzen? Keine Lovetriangles? Keine Mauerblümchen-bekehrt-Macho-Masche? Dann könnte „Immer wieder für immer“ von Justin A. Reynolds etwas für euch sein.

An diesem Jugendbuch bin ich ganz zufällig beim Durchstöbern von Klappentexten hängengeblieben. Auf der Rückseite entdeckte ich eine Empfehlung von Becky Albertalli (Love Simon/Nur drei Worte): „Lest dieses Buch, lest es noch mal und drückt es dann ganz fest an euer Herz.“ Als großer Fan von „Love Simon“ kann ich nur sagen: Ehrlich! Wer kann da widerstehen?

Immer wieder auf anfang

Und „Immer wieder für immer“ ist wirklich herzerwärmend, humorvoll, vor allem aber authentisch:

Jack schmachtet seit Ewigkeiten Jillian an. Aber es ist hoffnungslos: Denn Jillian ist nicht nur seine beste Freundin. Sie ist auch mit seinem besten Freund Franny liiert. Und plötzlich steht Jacks Gefühlswelt Kopf: Auf einer Studentenparty lernt er Kate kennen. Hübsch, schlagfertig, witzig. Doch das Beste ist: Kate mag ihn auch. Alle Zeichen stehen also auf Happy End. Was Jack nicht weiß: Kate ist krank, unheilbar krank.

Über die Liebe, das Leben und die Freundschaft

Ich denke, ich spoilere nicht, wenn ich verrate, dass Kate stirbt. Das steht nämlich in der Inhaltsangabe. Damit ist die Story aber noch lange nicht zu Ende. Denn Jack bekommt eine neue Chance. Die Zeit stellt verrückte Dinge an und befördert Jack wieder an den Ausgangspunkt seiner Beziehung. So erlebt er seine wenigen Monate mit Kate nicht nur ein zweites Mal, sondern sogar mehrere Male. Allerdings immer ein wenig anders.

Und wir LeserInnen betrachten dabei nicht nur die Facetten einer Liebesgeschichte und Jacks Anstrengungen, Kate zu retten, sondern auch die seiner Freundschaft zu Jillian und Franny. Vor allem zu Franny, der Jack um seine „perfekten“ Eltern beneidet, weil sein eigener Vater im Knast sitzt und nie für ihn da war.

Das klingt nun alles sehr dramatisch. Dafür liest sich die Geschichte dann jedoch überraschend ruhig und unaufgeregt. Man hält hier weder einen tränenreichen Schicksalsroman noch eine nervenaufreibende Zeitreisegeschichte in den Händen. Tatsächlich hätte ich mir das Buch auch völlig frei von diesem fantastischen Element vorstellen können.

„Wenn wir es richtig gemacht haben, ging es in den letzten vier Jahren darum, erwachsen zu werden, kämpfen zu lernen, unser Bestes zu geben, trotzdem zu scheitern und immer, immer wieder aufzustehen.“ (S. 391)

Das Augenmerk liegt im Grunde auf Jacks Entwicklung, der zu Beginn in seinen Gefühlen zu Jillian feststeckt und – obwohl oder gerade weil er ein kluger Junge ist, tolle Eltern und Freunde hat – nie um etwas kämpfen musste. Der Zeitreiseaspekt befeuert die Spannung eher unterschwellig, ebenso wie die geheimnisvolle Krankheit unter der Kate leidet und über die man erst spät mehr erfährt. Diese Krankheit ist übrigens nicht ausgedacht. Es gibt sie wirklich. Ich kannte sie nicht und war sehr betroffen, als ich mich nach der Lektüre näher damit beschäftigte.

„Immer wieder für immer“ ist eine Liebesgeschichte, aber auch eine Freundschaftsgeschichte und generell ein Buch über das Leben und Erwachsenwerden. Über das, was zählt und wie man es richtig macht oder annähernd richtig macht. Kitschfrei, leise, zum Wohlfühlen, mit wenig Drama, dafür berührenden Momenten und sympathischen Charakteren, von denen man sich jeden Einzelnen zum Freund wünscht.

WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

Immer wieder für immer von Justin A. Reynolds
Original: Opposite of Always
Übersetzung: Nadine Püschel
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Carlsen
Erschienen am: 31. Oktober 2019
ISBN: 978-3551583925
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.