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Über eine Nachricht habe ich mich in diesem Jahr ganz besonders gefreut: Dass es einen zweiten Teil des 2010 erschienenen Jugendthrillers „Erebos“ geben wird. Autorin Ursula Poznanski hatte sich ja zunächst einen gemeinen Aprilscherz damit erlaubt. Deswegen war meine Freude umso größer, als kurze Zeit später tatsächlich und offiziell eine Fortsetzung angekündigt wurde.

Simply the best

„Erebos“ zählt für mich bis heute zu den besten Jugendbüchern überhaupt. Ich liebe die Idee und die Art, wie verschiedene Themen zu einem genialen, erschreckend glaubhaften Ganzen zusammenlaufen. Der Deutsche Jugendliteraturpreis, den der Roman 2011 gewann, ist mehr als verdient!

Anlässlich der Veröffentlichung von „Erebos 2“ Mitte August kam – viele von euch wissen es längst – eine limitierte Neuauflage des ersten Teiles in die Buchhandlungen. Eine Hardcoverausgabe mit überarbeitetem Cover: Das bekannte Auge schaut darauf noch eine Spur finsterer drein und der Technikaspekt wurde erstmals grafisch aufgegriffen. Ein echter Eye-Catcher (im wahrsten Sinne!) samt goldgeprägter Signatur von Ursula Poznanski im Innenteil. Wow! Der Loewe Verlag hat unserem (und anderen Blogs) ein Exemplar zugesandt. Und so eine Schönheit darf natürlich nicht ungelesen im Regal verschwinden.

Spannend – auch beim zweiten, dritten, vierten Mal

So habe ich „Erebos“ nun also ein zweites Mal gelesen. Und war genauso gefesselt wie vor vielen Jahren. Auch wenn mir die Auflösung noch ganz gut im Gedächtnis war, hatte ich viele Details komplett vergessen und es einfach nur genossen, zusammen mit Nick wieder in die Welt von „Erebos“ einzutauchen.

An der Schule des 15-jährigen gehen seltsame Dinge vor. Schüler stecken sich heimlich CDs zu, aber niemand verrät, was es damit auf sich hat. Irgendwann wird auch Nick eine CD zugespielt. Er findet heraus, dass es sich um ein Computerspiel namens Erebos handelt. Erebos ist aber nicht irgendein Spiel – sondern ein durchgestyltes, perfekt durchdachtes und neuartig-aufregendes Fantasy-Rollenspiel. Dem hohen Suchtfaktor kann sich Nick nicht entziehen. Das ausgeklügelte System aus Bestrafung und Belohnung schlägt ihn völlig in seinen Bann. Denn die Kids müssen, um weiterzukommen, nicht nur Prüfungen innerhalb des Spiels erfüllen, sondern auch in der realen Welt. Und wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus. Als die Aufgaben immer verstörender werden, wird Nick misstrauisch und versucht gemeinsam mit seiner Freundin Emily herauszufinden, was dahinter steckt.

Erebos – pädagisch wertvoll und trotzdem nicht Dröge

Meiner Meinung nach kann die Geschichte in einem Atemzug mit „Die Welle“ von Morton Rhue genannt werden. Ohne aufdringlich pädagogisch daherzukommen, erlebt man, wie leicht Menschen manipuliert werden können und sich unheilvolle Gruppendynamiken herausbilden. Auch der Suchtfaktor von Online-Spielen wird deutlich. Sympathisch dabei ist, dass Nick als Hauptcharakter nicht fehlerfrei ist. Lange Zeit macht er blind für die Gefahren bei allem mit. Man kann sich dabei sehr gut in Nick hineinversetzen. Die bildhafte Beschreibung der Fantasywelt und die vielen aufregenden Kämpfe, die Nick bestehen muss, sind für den Leser nämlich mindestens genauso spannend wie für Nick selbst. Auch die zweite Hälfte des Buches, die dann mehr und mehr in der Realität „spielt“, ist absolut soghaft, aber niemals blutig.

Fazit: Erebos hat auch nach knapp 10 Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Ein intelligenter, lehrreicher und durchweg spannender Cyberthriller, der längst nicht nur Jugendliche unterhält. Warum die Geschichte bisher nicht verfilmt wurde, ist mir ein Rätsel! Auf den zweiten Teil, in dem Ursula Poznanski sich mit technischen Weiterentwicklungen und Social-Media-Themen befasst – von Smartphone bis Instagram – bin ich wahnsinnig gespannt und fiebere ihm seit Wochen entgegen.

Der erste Teil des offiziellen Trailers zu „Erebos 2“ erscheint morgen. Wir dürfen ihn euch mit freundlicher Genehmigung vom Loewe Verlag bereits vorab zeigen:

 

WERBUNG
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Erebos (Limited Edition) von Ursula Poznanski
Hardcover: 496 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
Erscheinungsdatum: 19. Juni 2019
ISBN: 978-3743205314
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre

One Reply to “[Rezension] „Erebos“ von Ursula Poznanski”

  1. Hallöchen =)

    Ich kann gar nicht mehr sagen wie ewig lang ich dieses Buch schon lesen möchte! Wieso habe ich es nicht längst gemacht? Tja nun, das weiß ich auch nicht so genau. Ich freue mich aber tierisch, dass es nun wieder auf den Blogs erscheint und es wieder so viele positive Rezensionen gibt.
    Was du zum Buch schreibst, spricht mich sowohl thematisch als auch von der Umsetzung an. Damit ich up to date bin, wenn die Fortsetzung anrollt, kann ich das Buch hoffentlich in meine Urlaubs-Lese-Liste einbauen =).

    LG
    Anja

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