"Alisik (# 2) - Winter" von Hubertus Rufledt und Helge Vogt , Comic
Copyright: Carlsen

H3 { margin-bottom: 0.21cm; }P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { }Es ist Winter
geworden und der alte Friedhof, Heimat der Postmortalen, ist von
einer dichten Schneedecke eingeschlossen. Doch so friedlich die
Landschaft auch wirkt – in Alisiks neuer Gemeinschaft der Toten
gibt es jede Menge Aufregung: Die Baustelle, die die idyllische
Grablandschaft bedroht, beunruhigt
die Gemüter. Ob da der
Sichel-Michel weiterhelfen kann? Und auch Alisik
hat mit belastenden Konfrontationen zu kämpfen. Auf einem ihrer
Streifzüge mit dem blinden Ruben
entdeckt sie Hinweise auf ihre Vergangenheit, die ihr schwer zu
schaffen machen. Obendrein
kommen sie und Ruben sich immer näher – doch was wird er denken,
wenn er erfährt, dass sie gar nicht mehr unter
den Lebenden weilt?

Im
zweiten Band der vierteiligen Dark-Romance-Mystery-Serie verdichten
sich allmählich die Informationen und viele Handlungsstränge, die
im Vorgänger, „Alisik – Herbst“, aufkamen, werden
zusammengeführt. Das bringt nicht nur jede Menge Spannung und neue
Aufregung, sondern wird mit so viel hintergründigem Humor,
künstlerischem Detailreichtum und schriftstellerischer Hingabe
präsentiert, dass das ehrfürchtige Staunen
zuweilen einem herzensfrohen Jauchzer weichen muss.

Das
Repertoire von Rufledts Texten reicht von tragikomisch und
einfühlsam bis zu mitreißend und nervenaufreibend. Wie bereits beim
Vorgänger, geht jedem Kapitel ein Intro voraus, das Auszüge aus dem
Regelwerk der Postmortalen oder Alisiks Gedankensequenzen enthält.
Die Geschichte beinhaltet verschiedene Elemente,
die jeweils mit sehr unterschiedlichen Stimmungen
behaftet sind. Familiäres Zusammenleben und
Vergangenheit der
Postmortalen kommt mit Humor, Skurrilität und einer Prise
Nostalgie daher. Alisiks Vergangenheit
wird dramatisch und bisweilen wehmütig erzählt. Zwischen Ruben und
ihr knistert es gewaltig – ohne dass die Ernsthaftigkeit der
Romantik zum Opfer fällt. Dadurch wirkt die leise Liebesbeziehung,
die sich zwischen den beiden ungewöhnlichen Jugendlichen entwickelt,
zu keiner Zeit kitschig oder aufgesetzt. Unterschwellig werden all
diese Geschehnisse von der Gefahr durch Planierraupe und
Schicksalsentscheidung durch Herrn Todt bedroht – und enden in
einem explosiven Cliffhänger.

Helge Vogts
grafische Virtuosität macht aus der bewegenden Geschichte ein
artistisches Kunstwerk, das seinesgleichen auf dem deutschen Markt
vergeblich sucht. Einzigartiger
Stil, spektakuläre Farbenspiele, beeindruckende
Collagen und aufwändige Montage verschiedener
Ausdrucksarten sind nicht nur
ein Augenschmaus für den Leser; die Technik
lässt auf einen ebenso
talentierten wie leidenschaftlichen Künstler schließen, dessen
genuine Schöpferkraft man so manchem
Tattoo-Studio und so manchem
Innenausstatter wünschen würde.

Für
einen für den Comic-Markt erstaunlich erschwinglichen Preis bekommt
der Leser hier einiges
geboten. Die Verfasser sparen im Gegensatz zu manchen Kollegen weder
an Aufwand noch an Effekten oder Text(sorgfalt). „Alisik“ lässt
sich sowohl zeichnerisch als auch Genre-technisch keinem einzelnen
Stil zuordnen, ja, nicht einmal einer bestimmten Leserschaft; über
diese Mixtur lässt sich also alles Mögliche sagen – ganz sicher
aber nicht, dass es sich um ein kurzweiliges Vergnügen handelt. Jede
Seite verdient einen zweiten oder dritten Blick und lädt zum
Verweilen ein.

Kurz: Story
und Grafik machen „Alisik – Winter“ zu einem vollendeten
Leseerlebnis für kalte Herbsttage. Die zarte Romantik von Ruben und
Alisik, der besinnliche (und bisweilen kabbelige) Zusammenhalt der
Postmortalen und die winterliche Atmosphäre wärmen einem das
Leserherz wie eine richtig
schokoladige Tasse Kakao. Mit Sahne.

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Alisik-Winter von Hubertus Rufledt und Helge Vogt 
Taschenbuch: 92 Seiten  
Verlag: Carlsen 
Erscheinungsdatum: Oktober 2013  
ISBN:

978-3-551-77027-1

2 Replies to “[Rezension] „Alisik (# 2) – Winter“ von Hubertus Rufledt und Helge Vogt

    1. Danke, Alisik macht es einem aber auch leicht, schöne Worte zu finden,. Die Inspiration überträgt sich wahrscheinlich beim Lesen. 🙂 Der zweite Band ist noch schöner als der erste, finde ich. Total gelungen, rund um gut!

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