
Mein Sohn kommt langsam in ein Alter, in dem das Gaming Fieber ausbricht. Am liebsten würde er sich den lieben langen Tag nur noch mit Computerspielen beschäftigen. Seine Leselust ist hingegen rapide gesunken, dabei standen Bücher für ihn vorher immer ganz hoch im Kurs. Daher habe ich mich schon gefragt, wie ich sein Interesse an Büchern wieder neu entfachen kann. Auf meiner Suche nach einer Geschichte, die ihn dazu bringt den Controller zur Seite zu legen und ihn lieber zu einem Buch greifen lässt, bin ich mit „Deepworld“ von Anja Reumschüssel auf einen passenden Titel aus dem Kinderbuch-Genre gestoßen.
Deepworld
Bevor ich wusste, dass ich mit „Deepworld“ einen Volltreffer lande, musste ich es natürlich erst einmal selbst lesen. Dass das Thema nach seinem Geschmack ist, reichte mir persönlich nicht aus. Jedoch war es ein guter Einstieg. Denn die Handlung ist geprägt von einem herausfordernden Computerspiel, welches die beiden literarischen Hauptfiguren Gustav und Ruby in eine fantastische virtuelle Welt entführt, die nicht nur zahlreiche Quests für sie bereithält, sondern sie tatsächlich auch vielen Gefahren ausliefert. Und die Geschichte bietet weitaus mehr als nur einen spannenden Gaming-Plot.
Von Wölfen mit monsterlangen Zähnen und Riesenhornissen
Ruby ist die Neue in Gustavs Klasse und zusätzlich seine Banknachbarin. Dies ist ihm alles andere als recht, denn die Neue ignoriert ihn komplett und glänzt nicht mit Lernbereitschaft. Lieber zeichnet sie Wölfe mit monsterlangen Zähnen oder Riesenhornissen. Gustavs Neugierde ist dennoch entfacht – zu gerne wüsste er, was es mit diesen Figuren auf sich hat. Doch Ruby bleibt ein Rätsel für ihn. Auch wenn sie sein Interesse bemerkt und ihn kurzerhand zu sich einlädt, damit er das Computerspiel „Deepworld“ kennenlernt, aus dem die gezeichneten Kreaturen stammen. Nach Gustavs ersten Ausflug in die virtuelle Welt wird ihm klar, woher die blauen Flecken und Verletzungen an Rubys Armen und in ihrem Gesicht stammen. „Deepworld“ lässt ihn nicht mehr los. Oder besser: Es lässt beide Spieler:innen nicht mehr los und entwickelt ein Eigenleben, welches sich als sehr gefährlich herausstellt.
Verschwunden in einer virtuellen Welt
Verschwunden in der Handlung von „Deepworld“würde es jedoch besser beschreiben. Denn auch wenn ich der Zielgruppe längst entwachsen bin, hatte ich das Gefühl mich nicht mehr von dem Geschehen rund um die beiden literarischen Hauptfiguren lösen zu können. Denn die imposante Mischung aus authentischen Protagonisten, gewichtigen Themen und einer extrem gut konstruierten virtuellen Welt, in der es für die Besucher:innen aus dem Nichts spürbar um Alles geht, hat mich sehr beeindruckt. Nun musste nur noch mein Nachwuchs überzeugt werden. Ich habe es ihm besonders schmackhaft gemacht und ihm ein paar spannende Details verraten. Und natürlich wurde mein Sohn neugierig und las es … ohne Unterbrechungen.
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Deepworld von Anja Reumschüssel
Hardcover: 224 Seiten
Herausgeber: Carlsen
Erscheinungstermin: 26. März 2026
ISBN-13: 978-3551559708
Lesealter: 10–14 Jahre
