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Der Veröffentlichungs-Zeitpunkt für Victorias Schwabs „City of Ghosts – Die Geister, die mich riefen“ könnte gar nicht besser sein. Die Geschichte passt einfach perfekt in die Jahreszeit und zum bevorstehenden Halloween-Fest. In der dritten Runde unseres Specials lautet das Fazit demnach: Gruselfans 10+ dürfen hier gerne zugreifen.

Geister, Geister überall

Edinburgh: (Geburts-)Ort von Harry Potter, Geistern und Legenden. Cassidy Blake zieht mit ihren Eltern in die schottische Hauptstadt, weil die die neuen Stars einer Fernsehshow sind, in der es um paranormale Phänomene und verfluchte Orte geht. Was niemamd weiß: Cassidy kann – seitdem sie fast ertrunken wäre – tatsächlich Geister sehen und die Welt der Toten betreten. Sogar ihr bester Freund Jacob ist ein Geist. In Edinburgh mit seinen vielen Friedhöfen, Burgen und Geheimgängen gibt es aber leider nicht nur freundliche Spukgestalten, sondern auch eine unheimliche, rabenhafte Frau, die es auf Cassidy abgesehen hat.

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„City of Ghosts“ ist der Auftakt zu einer Reihe, bei der die Figuren – wie ich anhand dieses Bandes vermute – in sich abgeschlossene Abenteuer erleben, aber auch Stück für Stück kleine Geheimnisse lösen, die die Geschichte einrahmen.

Blasse Gespenster, aber auch zu blasse Figuren

Gelungen ist vor allem die unheimliche Atmosphäre während Cassidys Besuchen in der Geisterwelt, die sie erspürt und gemeinsam mit ihrem Gespensterfreund Jacob erforscht. In diesem ersten Band erfährt sie den eigentlichen Zweck ihrer Fähigkeiten, die sie zu Beginn erst einmal so hinnimmt, ohne sich viele Gedanken darüber zu machen.

Sehr süß ist die Freundschaft zwischen Cassidy und Jacob. In den Folgebänden könnten die Protagonisten allerdings noch mehr Farbe vertragen. Es fällt bisweilen schwer, die beiden einzuschätzen. Manchmal wirken sie mutig, dann wieder ängstlich und insgesamt wundert man sich auch über die Selbstverständlichkeit, mit der Cassidy den Geistern gegenübertritt. Wie alt ist sie? 10 oder 12 Jahre, denke ich. Schwer vorstellbar, dass ein Kind so bedenkenlos zwischen Toten herumwandert. Das betrifft auch Lara, eine weitere Figur, die im Laufe der Handlung dazustößt und die einfach viel zu abgebrüht für ihr Alter agiert. Wieso das Buchpersonal Dinge auf eine bestimmte Weise tut, sollte für Leser*innen jederzeit nachvollziehbar sein. Das ist eine Sache der Glaubwürdigkeit, die auch in Kinderbüchern nicht zu vernachlässigen ist.

To be continued…

Auch entwickelt sich die Story recht langsam; die ersten 80 Seiten hätte man gut und gerne aussparen und direkt mit Cassidys Umzug nach Schottland einsteigen können. Diese Mankos gleicht Victoria Schwab allerdings mit einer ansonsten geradlinig erzählten, gegen Ende abenteuerlichen, oft humorvollen und atmosphärischen Gruselgeschichte aus. Entworfen mit viel Liebe für das alte Edinburgh, seine Legenden und Mythen. Für Jugendliche (13+) wird die Handlung vermutlich zu voraussehbar sein. Jüngere werden aber sicher Spaß daran finden. Und ich selbst auch! Bei der Fortsetzung bin ich wieder dabei und hoffe, dass Cassidy und Jacob den Leser*innen dann noch mehr von ihrem Innenleben zeigen werden.

 

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City of Ghosts – Die Geister, die mich riefen von Victoria Schwab
Original: City of Ghosts
Übersetzung: Tanja Ohlsen
Hardcover: 288 Seiten
Verlag: cbj
Erschienen: 28. Oktober 2019
ISBN: 978-3570176535
Altersempfehlung: Ab 10 Jahren

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