Im letzten Jahr hat mich eine ganz besondere
Jugendbuch-Reihe begleitet. Besonders weil die Idee zu dieser düsteren
dystopischen Geschichte für mich völlig neu und sehr faszinierend war.
„Gelöscht“ der erste Band dieser Reihe hat mich mit seinem sehr hohen Niveau,
ausdruckstarken literarischen Figuren und einer originellen und spannenden
Handlung überrascht. Der zweite Teil „Zersplittert“ verlangte eine große Ausdauer
und Nervenstärke von mir und konnte meinen hohen Erwartungen mehr als gerecht
werden. Trotzdem hatte ich ein paar Zweifel, ob der letzte Band „Vernichtet“
dieses sehr hohe Niveau halten kann, denn erfahrungsgemäß gelingt es nur sehr
wenigen Autoren mich kontinuierlich, mit allen Teilen einer Reihe, zu
begeistern.

„Gerade bei Menschen kann der äußere Eindruck täuschen, und
man käme nie darauf, was insgeheim in ihnen vorgeht. Wozu sie imstande sind.
Bei mir war alles so gut verborgen, dass selbst ich nichts geahnt habe.“
Seite
5


Mit diesen Sätzen begibt sich Kyla zusammen mit uns Lesern
in ihr vorerst letztes Abenteuer. Ihr Leben hat sich nicht großartig verändert
und sie schwebt immer noch in größter Gefahr. Auf der Flucht vor übermächtigen
und grausamen Gegnern, die ihrem Leben ein unwürdiges Ende setzen wollen,
findet Kyla Unterschlupf bei der im Untergrund arbeitenden Organisation MIA.
Die Sicherheit die MIA ihr bieten kann ist eine sehr trügerische und ihre
Gegner verfolgen ihre vermeintlich verwischten Spuren…

Kylas Flucht führt sie in diesem finalen Band in ihre
Vergangenheit vor dem Slating und Stück für Stück kommen Erinnerungsfetzen an
Lucy und ihre Eltern zurück. Doch mit jedem zusammengesetzten Puzzleteilchen
wird ihr bewusst, dass sich hinter der Wahrheit eine große Bedrohung verbirgt.
Etwas, das nicht nur Kyla selbst schaden könnte, sondern auch alle Menschen,
die sie liebt. Wir Leser spüren diese wachsende Gefahr in jeder Zeile dieses
Buches, und obwohl die ersten Kapitel von einer etwas ruhigeren Handlung
geprägt sind, bleibt ein ungutes Gefühl ein ständiger Begleiter.

In „Vernichtet“ bleibt die Autorin ihrem nervenaufreibenden
Stil treu und bindet ihre Leser aktiv ins Geschehen ein. Wer keine Ausdauer und
Nervenstärke hat, wird hier schnell an seine Grenzen kommen. Denn Terry
steigert, nach einem etwas gemütlicheren Anfang, stetig die Spannung. Ihre
Informationen zu den Hintergründen dieser Geschichte hat sie nur zögerlich
herausgegeben und gekonnt platziert, sodass man gezwungen ist, sich eigene
Theorien zu konstruieren. Theorien, die oft auf wackeligen Vermutungen
aufgebaut sind und leicht  in sich
zusammenbrechen. Terrys brillante Ideen wurden in ihren vorherigen Erzählungen
nicht aufgebraucht und bereichern diesen finalen Band durch überraschende und
dramatische Wendungen, die hartnäckig die Handlung vorantreiben und das Tempo erhöhen.

Terry hat auch bei ihren literarischen Figuren keinen
veränderten Stil angewendet. Alle Protagonisten sind sehr interessant, absolut
authentisch und undurchsichtig gestaltet worden. Sie nehmen den Leser für sich
ein, wiegen ihn in Sicherheit und lassen ihn manchmal durch unerwartete Taten
zweifeln, um ihn am Ende gar zu enttäuschen. Oft fieberte ich mit ihnen der
Wahrheit entgegen und fürchtete mich gleichzeitig vor einer bestürzenden
Klarheit.

Nach dem verblüffenden Ende von „Vernichtet“, das mir absolute
Gewissheit verschafft und mich tief beeindruckt hat, schaue ich zurück auf eine
der aufregendsten, faszinierendsten und brillantesten Reihen, die ich bis jetzt
gelesen habe.

Vernichtet von Teri Terry 
Gebundene Ausgabe: 376 Seiten  
Verlag: Coppenrath
Erscheinungstermin: 2. Juni 2014 
ISBN: 978-3649611851

Titelüberblick:
Band 1: Gelöscht
Band 2: Zersplittert
Band 3: Vernichtet

4 Replies to “[Rezension] „Vernichtet“ von Teri Terry

  1. Hey =)
    Mir gefällt die Reihe auch sehr gut. Verblüffend ist einfach, dass die Reihe bis zum Ende hin immer spannender wird und die Autorin sich von Band zu Band steigert. trotzdem muss man aufmerksam lesen, sonst könnte man durch die vielen unterschiedlichen Identitäten leicht verwirrt werden. Absolut würdiger Abschluss. Echt klasse!

    LG
    Anja

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