"Sternenstaub" von Kim Winter, Jugendbuch
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Es ist fast 2 Jahre her,
dass ich bei einer Leserunde ein ganz besonderes Buch für mich entdecken
durfte. „Sternenschimmer“ von Kim Winter war der Auftakt zu einer jugendlichen
Sci-Fi Trilogie, die ich ganz intensiv miterleben durfte. Nachdem es im Kinder-
und Jugendbuchgenre oberflächliche Geschichten im Überfluss gab, sehnte ich
mich nach einer gut durchdachten Handlung mit Tiefgang. „Sternenschimmer“ bot
nicht nur eine sehr liebenswerte Geschichte, sondern vereinte in ihrem Verlauf
viele Themen, die mir sehr wichtig sind und regte zum Nachdenken an, indem sie
für Toleranz wirbt und einen kritischen Blick auf das Handeln vieler Menschen
in ihrem Alltag wirft. Winter zeigt mögliche Folgen unseres Fehlverhaltens im
Umgang mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen und mit unseren Tieren auf. Der
Autorenfeder von Kim Winter sind aber nicht nur eine tiefgründige und
ideenreiche Handlung entsprungen, sondern auch liebenswürdige Charaktere, die
mich sehr für diese Reihe eingenommen haben. Nachdem mein Feuer auch mit dem
dramatischen und mitreißenden zweiten Teil „Sternensturm“ nicht verloschen war,
wartete ich sehnsüchtig über ein ganzes Jahr auf einen spannenden Abschluss.
Und jetzt durfte ich endlich erfahren, wie es mit der außergewöhnlichen
Liebesgeschichte um eine Irdin und einem Außerirdischen weitergeht.

Obwohl über ein Jahr
vergangen war, seitdem ich Mia und Iason nach einem sehr aufregenden Szenario
verlassen habe, hatte ich keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Kim
Winter lässt durch mehrere kleine Rückblenden die Erinnerungen in dem Leser
wieder erwachen. Wer diese außergewöhnliche Reihe verfolgt hat, kann schon
erahnen, dass ihm in diesem Teil eine größere Reise auf einem fremden Planeten
bevorsteht, denn hier sollten viele Schicksale zusammengeführt werden. Auf dem
langen Weg nach Loduun zeigt Kim Winter sehr deutlich, wie sie eigene
fantastische Ideen mit gut recherchierten Fakten vermischt, um dem Leser eine
bildgewaltige Reise durch den Himmelsraum zu bescheren. Doch diese
Entdeckungsreise setzt sich auch auf dem ungewöhnlichen Planeten Loduun fort.
Zusammen mit Mia durfte ich den uns so fremden Planeten erkunden und bestaunte auf
der einen Seite diese pure Schönheit der Landschaft, erschrak aber auch vor der
rohen Gewalt, die auf diesem Planeten wütet und bereits tiefe Narben
hinterlassen hat. Witzige Elemente die die Autorin hier einfügte, lockerten
manch trüben Moment auf… genau zur richtigen Zeit.

Es gibt literarische Figuren,
die man nicht vergessen kann und ich freute mich sehr auf ein Wiedersehen mit
den Bewohnern des Tulpenwegs. Und sie haben sich in dem vergangenen Jahr kaum
verändert, auch wenn sie viele beängstigen Ereignisse rund um den Krieg
beobachten und zu verarbeiten hatten. Erstaunlich war es für mich, dass gerade
die Hauptfigur Mia in ihrer Entwicklung stehen geblieben ist. Sie nimmt nach
wie vor ein Fettnäpfchen nach dem anderen mit und lässt sich oft von ihren
Gefühlen leiten ohne über Konsequenzen nachzudenken. Sehr amüsant war es, dass
ihr viele Charaktere aus dieser Geschichte genau das vorwarfen und sie somit
dazu gezwungen wurde, sich zu bewegen und sich weiter zu entwickeln.

Beim Lesen musste ich oft
an Kim Winter denken und ich sah sie in vielen bitteren Szenen vor mir, als es
mir schier das Herz zerrissen hat. Ich glaube, dass es ihr beim Schreiben
ebenso ergangen ist.

Was mich am Anfang ein wenig gestört hat, ist, dass
die Autorin im Prolog mit einem sehr erschreckenden Blick in die Zukunft
beginnt und diesen abrupt enden lässt. Danach war ich sehr verzweifelt
und wollte unbedingt wissen, was es mit dieser hoch dramatischen Szene
auf sich hat. Entgegen meines Bedürfnisses der sofortigen Aufklärung,
entschied sich Kim Winter dazu, mich sehr lange zappeln zu lassen und
ihre Geschichte in der Gegenwart weiter zu erzählen. Man könnte sagen, dass sie den Leser langsam und
nervenaufreibend auf das Geschehen vorbereitet, welches nach einigen Kapiteln
wartet. Die Handlung wechselt von sehr emotionalen und bewegenden zu sehr
spannungsgeladenen Szenen. Manchmal verstimmten mich diese kontinuierlichen
Wechsel, denn sie rissen mich immer wieder aus dem Geschehen. Verstimmt haben
mich sie mich deswegen, weil ich ein sehr ungeduldiger Leser bin. Und gerade
deswegen werden sicher einige geduldigere Leser viel Freude an diesem Stil
haben. Im Verlauf gab es für mich viele Überraschungen, die mich wirklich
verblüfft haben. Mit meinen Spekulationen aus den beiden ersten Bänden, stand
ich völlig im Dunkeln. Und auch wenn ich in der einen oder anderen erschütternden Szene
emotional sehr ergriffen war und dachte, dass mich „Sternenstaub“ nicht mehr
versöhnen konnte, schloss ich mit einem guten Gefühl den letzten Band.

Nun gilt es Abschied zu
nehmen von dieser wunderschönen tiefsinnigen Geschichte und ihren bestechenden literarischen
Figuren… und es fällt mir immer noch schwer, mich
wirklich von ihnen zu trennen. Vielleicht muss ich es auch nicht. Die Bücher werden
in meinem Regal wohnen bleiben und ich kann sie immer wieder zur Hand nehmen, wenn mich die Sehnsucht plagt.

Sternenstaub von Kim Winter 
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten 
Verlag: Planet Girl
Erscheinungsdatum: 19. August 2013
ISBN: 978-3522503808

10 Replies to “[Rezension] „Sternenstaub“ von Kim Winter

  1. Ich hab diese Trilogie erst kürzlich entdeckt. Die ersten beiden Teile hab ich schon zu Hause und bin sehr gespannt, da man viel Gutes darüber hört. Gut, dass der dritte Band jetzt erscheint, dann kann ich direkt hintereinander weg lesen 🙂

    LG Michaela

  2. Huhu,

    also man hört bei deiner Rezension ja doch den ein oder anderen Kritikpunkt heraus. Nunja, ich werde mir das Buch auf jeden Fall zulegen. Ich MUSS einfach wissen, wie es mit Mia und den anderen weitergeht =)

    LG
    Anja

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