Der große Sommer - Ewald Arenz, Roman
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Könnt ihr euch noch an die innere Unruhe in der letzten Stunde vor den langen Sommerferien erinnern? Obgleich diese Stunde von den Lehrern meist mit Videovorführungen gefüllt wurden, konnte man sich vor lauter Vorfreude kaum auf seinem Stuhl halten. Nach dem Klingeln warteten damals acht vielversprechende Ferienwochen auf mich, in denen gefühlt alles möglich war. Für Frieder, der literarischen Hauptfigur aus Ewald Arenz neuem Roman „Der große Sommer“, sieht es jedoch nicht nach entspannten Ferien aus. Um das Schuljahr nicht wiederholen zu müssen, stehen für Frieder Nachprüfungen an. In Folge dessen fällt der Familienurlaub für ihn aus und er muss den Sommer bei seinem Großvater mit lernen verbringen.

Der große Sommer

Auch wenn Frieder dem Sommer mit sehr viel Skepsis entgegensieht, versucht er seine Ferien so angenehm wie möglich zu gestalten. Auftrieb gibt ihm dafür eine zufällige Begegnung im Freibad mit einem Mädchen im flaschengrünen Badeanzug.

Am besten haben mir die Passagen gefallen, in denen Frieder sich mit seinem gestrengen Großvater durch die Handlung von „Der große Sommer“ bewegt. Auch wenn diese im Vergleich zu anderen Episoden nicht mit der sommerlichen Leichtigkeit daherkamen. Diese Szenen sind ausgezeichnete Charakterstudien beider literarischer Figuren, die erneut beweisen, dass der erste Eindruck auch trügen kann. Und es war für mich wunderbar zu erleben, wie Frieder bei seinem Großvater etwas wachkitzelt und hervorholt, was dieser versucht hat, tief in sich zu vergraben.

Ein Sommer, der alles verändert

Jedoch geht es nicht nur um die zwischenmenschliche Beziehung von Großvater und Enkel. Dies ist nur ein Teil der Geschichte. Vielmehr geht es um die Momente und die Menschen, die die literarische Hauptfigur Frieder auf dem Weg zum Erwachsenwerden prägen. Momente, die manche Ängste heraufbeschwören und Menschen, die Frieder helfen, seine Ängste zu überwinden und über sich hinaus zu wachsen.

Wir Leser durchleben mit Frieder seinen alles verändernden Sommer, der von großen Gefühlen, Freundschaft, Vertrauen und Tod erzählt. Ewald Arenz hat jenen Sommer auf beachtliche Weise zu Papier gebracht. Der Autor bewegt seine Leser sich so sicher und präzise durch die Geschichte, dass man davon ausgehen kann, dass Ewald Arenz sehr viele persönliche Details und Erlebnisse mit einfließen lassen hat.

Der Autor hat mich schon mit seinem Roman „Alte Sorten“ beeindruckt und für sich eingenommen. Nicht zuletzt, weil er einen sehr ausdrucksstarken und wohltuenden Schreibstil hat, der die Leser entschleunigt und zum Verweilen einlädt. In einem außergewöhnlichen Stil zeichnet er unvergessliche Stimmungsbilder und erschafft Geschichten, die man mit allen Sinnen erleben kann. Seinem neuen Roman „Der große Sommer“ hat er mir erneut viele wunderbare Lesemomente beschert. Momente, die den Geschmack von einem lieblich warmen Sommer haben.

 

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Der große Sommer von Ewald Arenz

Gebundene Ausgabe : 320 Seiten

Herausgeber : DuMont Buchverlag

Erscheinungstermin : 26. März 2021

ISBN-13 : 978-3832181536

2 Replies to “[Rezension] „Der große Sommer“ von Ewald Arenz

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