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Gedankenspiel: Stellt euch vor, eure Freundin wurde ermordet. Fies, ja. Und stellt euch vor, der Mörder ist ein Serienkiller und noch auf freiem Fuß. Er treibt sich irgendwo in der Nähe herum. Späht vielleicht das nächste Opfer aus. Ihr seid eine traumatisierte, junge Frau. Was würdet ihr tun?

Bestimmt würdet ihr nachts zu einem ominösen Fremden ins Auto steigen. Immerhin ist der Typ rein zufällig aufgetaucht, als ihr gerade ein Gesuch für eine Mitfahrgelegenheit ans schwarze Brett gepinnt habt. Ihn muss der Himmel geschickt haben.

WTF – Was tut ihr da alle?

Oh wait… würdet ihr nicht? Nein? Ach was. NIEMAND WÜRDE SOWAS TUN. Nicht, wenn man einigermaßen bei Verstand ist.  Und das ist der erste Grund, warum dieses Buch für mich nicht funktioniert hat: Charlie, Heldin des neuen Thrillers von Riley Sager. tut alles wie oben beschrieben. Die Ausgangssituation ist allein schon absurd,. Man fühlt sich als Leser’*in einigermaßen verschaukelt. Aber hey, immerhin begleitet Charlies Freund sie abends zum Treffen mit dem Fremden. Vielleicht sind Charlie und die Logik noch zu retten… ah, ne, doch nicht. Denn er VERABSCHIEDET SICH, KURZ BEVOR DER FAHRER AUFTAUCHT. Wow, Riley, was für ein Fehlstart. Schon nach den ersten Kapiteln bemitleide ich (auf eine nicht gute Art) sämtliche Figuren und stöhne alle paar Seiten innerlich auf. 

Der Griff in die Trickkiste – zu einfach

Jetzt weiß man natürlich, dass es in Thrillern immer irgendwelche Twists gibt. Und punktgenau präsentiert uns Riley Sager mit Charlie eine Protagonistin, bei der wir nicht sicher sein können, ob wir ihr trauen dürfen. Nein, kein Alkoholproblem. Charlie ist Filmfan und lebt zeitweise in ihrem Kopfkino. Da kann es schonmal sein, dass wir seitenweise Szenen lesen, die ihrer Fantasie entsprungen sind, ohne es gleich zu merken. Und das ist der zweite Grund, warum dieses Buch für mich nicht funktioniert hat. Charlie ist anstrengend. Sie hat ständig Aussetzer, oder meint diese zu haben. Upsi, das ewiglange Frage-Antwort-Spiel war gar nicht real? Oder doch? Oder nicht? Der Trick mit den Kopffilmen als irreführendes Element ist billig und lässt mich weiter auf Distanz zur Story gehen. 

Night der Absurdität und schrägen Twists

Der dritte Grund, warum das Buch für mich ein Flop ist: Nichts von dem, was im Laufe der Geschichte herauskommt oder Charlie tut, ergibt irgendeinen Sinn. Charlie (ob nun vertrauenswürdig oder nicht) hat X Möglichkeiten der ständig unheimlicher werdenden Situation zu entkommen und entscheidet sich mit schlafwandlerischer Sicherheit jedes Mal für die falsche. Einige Wendungen haben echte Trash-Qualität – vor allem die Szenen in der Raststätte. Die sind echt Murks. Kann ich nicht anders sagen. Und die Auflösung? Auf Seite 10 erraten.

Fazit: Schwach, unlogisch, unfreiwillig komisch. Ein Thriller, der für mich von vorne bis hinten nicht funktioniert hat.

 

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NIGHT – Nacht der Angst: Thriller von Riley Sager
Original: ‎ Survive The Night
Übersetzung: Christine Blum
Verlag: dtv
Erschienen: 12. Januar 2023
Taschenbuch: ‎ 368 Seiten
ISBN: ‎ 978-3423220293

One Reply to “[Rezension] „NIGHT – Nacht der Angst“ von Riley Sager”

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