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Manchmal hat man den Eindruck, alles schon einmal irgendwo, irgendwie gelesen oder gesehen zu haben… so ähnlich sind sich viele Geschichten. Und dann kommt plötzlich so ein Ding wie „Die Wiege aller Welten“ um die Ecke, das zwar erkennbar Anleihen verschiedener Filme und Bücher zeigt, aber auch so originell ist, dass es einfach nur Spaß macht.

Äh… what?

Wir befinden uns anfangs auf Bluehaven, einer Insel, auf der sich alles um ein riesiges Schloss dreht. Darin befinden sich Tore zu unzähligen Parallelwelten. Nur dummerweise ist das Schloss seit einigen Jahren für die abenteuerlustigen Bluehavener verriegelt. Genau genommen seit dem Tag, als ein Mann mit einem Baby auf seiner Schwelle auftauchte und die unerklärlichen Erdbeben begannen. Deshalb gelten die beiden auch als verflucht und müssen bei einer sauertöpfischen Familie im Keller leben. Als besagtes Baby – Jane – 15 Jahre alt ist, nimmt das Schicksal erneut seinen Lauf. Das Schloss gibt den Eingang für kurze Zeit frei…

Indiana Jane und „Die Wiege aller Welten“

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Was dann geschieht, könnte man als wilde Mischung aus Jumanji und Indiana Jones bezeichnen. Wir Leser begleiten Heldin Jane in das labyrinthartige Schloss und bei ihrer Suche nach Antworten. Wir lernen Freunde und fiese Feinde kennen. Tappen in Fallen, werden von Monstern verfolgt und staunen über die Einzigartigkeit dieser Kulisse, die unendliche Möglichkeiten bietet und hinter jeder Ecke eine Überraschung bereithält. Geniale Idee!

Die Handlung schreitet spannend und rasant voran. Protagonistin Jane hat einen tollen, trockenen Humor. Überhaupt ist der Ton – so gewalttätig manche Szenen sind – oft ziemlich witzig. Der Autor scheint ein lustiger Vogel zu sein. Ich musste ständig schmunzeln.

Schnell, actionreich, spassig

Die Geschichte hat auch brutale Momente. Allerdings auf eine eher flüchtige Art, wie man sie in Actionfilmen oder Computerspielschlachten erlebt. An manchen Stellen war mir das Tempo zu hoch und die eine oder andere Wendung zu übertrieben. Man schlittert von einer heiklen Situation in die nächste – dadurch ging bei mir das Gefühl echter Bedrohung mit der Zeit verloren. Wenn ich dem Autor etwas raten dürfte, wäre es wohl, Jane ab und zu eine Verschnaufpause zu gönnen, damit der Puls der LeserInnen nicht permanent bei 180 liegt.

Zusammengefasst: Ein gelungener Serien-Auftakt und originelles Abenteuer mit viel Humor, (einen Tacken zuviel) Action, Überraschungen und Geheimnissen. Auf der Homepage des australischen Autors ist zu lesen, dass er ein großer Fan von Star Wars, Narnia und Indiana Jones ist und ihm die Idee zu „Die Wiege aller Welten“ kam, als er sich einmal in einem ägyptischen Museum verlief. Addiert man diese Informationen, hat man schon eine ziemlich gute Vorstellung davon, was einen hier erwartet. Ich hatte viel Spaß – ein cooles Debüt, das man sich gut auf der Kinoleinwand vorstellen kann.

 

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Die Wiege aller Welten von Jeremy Lachlan
Original: ane Doe and the Cradle of All Worlds
Übersetzung: Nadine Mannchen
Hardcover: 400 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
Veröffentlicht: 9. Oktober 2019
ISBN: 978-3743203075
Altersempfehlung: 12 – 15 Jahre

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