"Pretty Clever" von Elizabeth Ludwig, Jugendbuch
Copyright: Loewe

Willa und ihre Mutter führen ein ruheloses Leben. Ihr
Umzug nach Paradise Valley sollte jedoch ihr letzter sein. Willas Mutter hat
hier einen vielversprechenden Job angenommen, der ihnen ein schönes und
sorgenfreies Leben in betuchteren Kreisen ermöglicht. Jeder Umzug ist ein
Neuanfang, auch in einer neuen Schule. Schnell bemerkt Willa das der schöne
Schein dieser Privatschule trügt. Die Kluft zwischen arm und reich ist sehr
groß, was einige reichere Schüler dazu veranlasst, die ärmeren zu schikanieren.
Willa beschließt, nicht wie alle anderen stumm zuzusehen oder gar mitzumachen.
Sie will für Gerechtigkeit sorgen und in ihr wächst ein diebischer Plan, den
sie schnell in die Tat umsetzt.


Der Titel „Pretty Clever“ von Elizabeth Ludwigs neuem
Buch, klingt sehr nach einer oberflächlichen Geschichte für jugendliche Mädchen
und schreckte mich persönlich erst einmal ab. Der sehr interessante Klappentext
machte mich jedoch sehr neugierig und stimmte mich um. Schon nach den ersten
Seiten bemerkte ich, dass ich lieber meiner Intuition hätte trauen sollen, denn
ich befand mich in einer dieser schon hundert Mal gelesenen Teeniestories aus
US-Amerika. Man nehme ein Mädchen- in diesem Fall Willa-, das aus nicht
einfachen Verhältnissen kommt und eine neue Schule. An dieser Schule gibt es
wie üblich eine Mädchenclique, die von allen bewundert wird und zu der jede
gehören möchte. Willa schafft es, dass diese reichen und schönen Mädchen sie in
ihre Kreise aufnehmen. Sie schwebt im siebten Himmel, weil ihr Leben so
lockerleicht wird. Sie genießt dieses sehr materielle Leben in vollen Zügen,
bis sie bemerkt, dass ihre neuen Freundinnen andere Schülerinnen schikanieren.
Nun muss sie sich entscheiden für das leichte Leben inmitten der Reichen und
Schönen oder für ein Dasein als Außenseiter.

Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, hoffte ich
dass diese Geschichte ein bisschen Tiefe bekommt, weil das Thema im realen
Leben immer aktueller wird. Der unkomplizierte Schreibstil machte es sehr
einfach, dem Geschehen ohne größere Anstrengungen zu folgen. Doch leider wurde
Willa zu einem sehr „aufregenden“ Charakter. Leider, weil ich mich wirklich
aufregte über ihr unüberlegtes Verhalten. Sehr schnell entdeckte ich bei ihr
ein sehr materielles Denken, gepaart mit einer riesigen Portion Naivität. Für
mich passten diese übertrieben materielle Denkweise und ihre Vergangenheit
überhaupt nicht zueinander. Hinzu kam, dass sie sich einfach von ihrem
Gerechtigkeitssinn leiten ließ, ohne wirklich über möglichen Konsequenzen nachzudenken.
Selbst als sie schon erste Rückschläge erfahren musste, legte sie dieses
Verhalten nicht ab. Willa stolpert von einer Katastrophe in die nächste ohne
sich zu entwickeln. Sie wird so von ihrer Idee eingenommen, dass sie viel
einfachere Wege, ihre Ziele zu verwirklichen, gar nicht wahrnimmt. Auch die
Gestaltung der Charaktere blieb ein wenig blass. Ich hatte bei keiner Person
aus diesem Buch ein klares Bild über ihr Aussehen. Hier wurde von der Autorin
der Schwerpunkt gekonnt auf die Persönlichkeit gelenkt.
Ein gutes Jugendbuch sollte meiner Meinung nach auch eine
Botschaft enthalten. „Pretty Clever“ von Elizabeth Ludwig enthält aus meiner
Sicht keine, die ich mir für weitere Leser wünsche. Das heutige Leben ist schon
zu sehr von materiellen Dingen geprägt, welches wir als Verbraucher laut den
Medien unbedingt brauchen.

„Pretty Clever“ von Elizabeth Ludwig war für mich kein
großes Lesevergnügen. Es ist eine sehr oberflächlich gestaltete Geschichte,
deren Cliffhanger am Ende eine spannende Fortsetzung verspricht.

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Pretty Clever von Elizabeth Ludwig
Broschiert: 351 Seiten 
Verlag: Loewe 
Erscheinungsdatum: Januar 2013 
ISBN: 978-3785575345

4 Replies to “[Rezension] „Pretty Clever“ von Elizabeth Ludwig

  1. Schade, als ich gerade den Klappentext bei dir durchgelesen habe, dachte ich, Mensch, daraus kann man ja einiges machen und hätte mir das Buch auch gleich auf meine Amazonliste gesetzt, wenn deine Rezi positiv ausgefallen wäre.
    Scheint aber wohl doch kein großer Bringer gewesen zu sein 🙁

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