"Untot - Lauf, solange du noch kannst" von Kirsty McKay, Jugendbuch
Copyright: Chicken House

Bobby ist entnervt: Nachdem ihre Eltern sie in ihre
ursprüngliche Heimat Großbritannien zurückgeschleppt haben, muss sie just an
einem Skiausflug ihrer neuen Klasse teilnehmen. Auf keinen Fall geht sie also
mit den anderen Mitschülern zum Mittagessen in einer Raststätte, sondern bleibt
im Bus.  Als sei ihre Situation nicht
schon Horror genug, kommt keiner der anderen zurück, außer dem Lehrer Mr. T. –
und der ist tot.

Für Bobby und ein paar weitere Mitstreiter beginnt ein
abenteuerlicher Überlebenskampf, bei dem sich die Protagonisten gegen
mordlüsterne Zombies, bittere Kälte, beißenden Hunger, starrköpfige
Querulanten, zurückgelassene Kleinkinder und zwielichtige Gemüsesaftverkäufer
zur Wehr setzen müssen. Ihre Odyssee führt sie zu abwechslungsreichen
Schauplätzen, sie begegnen finsteren Gesellen und schlittern von einer
Katastrophe in die nächste. Was die allgemein gereizte Stimmung der
Überlebenden nicht gerade hebt, ist die Tatsache, dass sie sich untereinander
auf den Tod nicht ausstehen können – welcher ihnen ja aber sowieso schon in
personifizierter Form an den Kragen will und zwar gleich hordenweise. Ein
apokalyptisches Endzeitszenario ist für Bobby schon schlimm genug, aber ein
apokalyptisches Endzeitszenario mit einem Gernegroß-Grufti, Albino-Boy und der
Prinzessin auf der Erbse, empfindet sie dann doch als persönliche Strafe
Gottes. Die liebenswerte Meute meistert zusammen manch unvorhergesehenen Twist,
bei dem der Leser prächtig unterhalten wird. Gemeinsam kommen die Jugendlichen
der Ursache für die plötzlichen Todes-, bzw. Untodesfälle auf die Spur – und
geraten so einmal mehr in große Gefahr. Das Grusel-Setting, bei dem
Horrorelemente und Todesfälle nicht zu kurz kommen, kommt mit einer gehörigen
Portion Humor daher.
Die Protagonistin Bobby, aus deren Ich-Perspektive das
Geschehen geschildert wird,  ist nicht
nur tough und pragmatisch, ihre Gedanken, Gefühle und inneren Monologe sind
auch erbarmungslos komisch. Dabei geht es um viel mehr, als um Untote. Es geht
um Schneekatastrophen und erste Gefühle. Um Freundschaft, Feindschaft und
Familie. Um Verantwortung, Pubertät und Selbstbewusstsein. Es geht weniger um
grausige Überlebenskämpfe und ernste Endzeitstimmung, wie es in anderen Romanen
dieses Genres präsentiert wird. Das muss von einem Jugendbuch allerdings auch
nicht geleistet werden. Vielmehr lässt Kirsty McKay Humor und Spaß nicht zu
kurz kommen und liefert nicht zuletzt mit ihrer liebevollen Charakterzeichnung
der Helden ein köstliches Lesevergnügen. Diesem Roman fehlt es wirklich an
nichts, was eine Einordnung tatsächlich schwierig macht, denn man möchte auf
keinen Fall zu viel verraten. Dies sei also gesagt: Jede einzelne der etwas unter vierhundert Seiten ist so actiongeladen, sarkastisch, klischeehaft,
amüsant, inhaltsreich, sprühend, geistreich und spannend, dass der Roman dem
Zombie-Genre alle Ehre macht. Oder dem Liebesgeschichten-Genre. Oder dem
Jugendbuch-Genre. Dem Action-Genre. Dem… ach egal. Lest ihn selbst! Es lohnt
sich.

Wer sich auf diese skurrile Reise mit den vier Frenemies
Bobby, Smitty, Pete und Alice begibt, der wird am Ende nicht nur gute Laune
haben, sondern auch echte Sehnsucht nach einer Fortsetzung. Und wenn man die nächste
Zombie-Apokalypse kaum erwarten kann – dann spricht das wohl für sich. Ein
echter Page-Turner!

Tipp:
Der
zweite Roman der Autorin, „Unfed“, ist bereits in Originalsprache erschienen.
Wer also den fiesen Cliffhanger am Ende von „Untot“ vermeiden will, wartet mit
dem Lesen bis Band zwei auf dem Markt ist – oder  lest auf Englisch!

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Untot – Lauf, solange du noch kannst von Kirsty McKay 
Taschenbuch: 368
Seiten

Verlag: Chicken House
Erscheinungsdatum:
November 2012
ISBN:
978-3551520418

9 Replies to “[Rezension] „Untot – Lauf, solange du noch kannst“ von Kirsty McKay

  1. Huhu Andrea,
    das ist sehr weise. 🙂 Ich jedenfalls verzehre mich schon nach dem zweiten Band. Viel Spaß auf jeden Fall, wenn es soweit ist bei dir!
    LG, Krinkelkroken

    1. Hej Daria/Annbelle,
      vielen Dank, freut mich sehr. Allerdings bin nicht ich die Blogbesitzerin sondern "katrineverdeen". Aber sie freut sich immer über neue Leser. Die Fotos auf deinem Blog sind witzig; es sieht aus, als hättet ihr viel Spaß. XD
      LG,
      Krink

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