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Dieser Jugendthriller ist einfach gestrickt, aber nett anzuhören – wenn man über ein  paar Plotholes großzügig hinwegsehen kann.

Das beginnt schon beim grundlegenden Szenario: Werden Jugendliche in den USA, nachdem sie ihr Gedächtnis verloren haben, wirklich gegen Vorlage einiger Papiere ohne weitere Prüfung in die Obhut ihres angeblichen Vaters entlassen? Sollten da nicht Ärzte und Ämter involviert sein? Spätestens wenn herauskommt, dass besagter Vater allein in einer Hütte im Wald haust und behauptet, die Tochter hätte wegen Home-Schoolings seit Jahren keinen Kontakt zur Außenwelt, müssten alle Alarmglocken klingeln.

That’s not my name – oder doch?

Der Reihe nach: Mary wacht nach einem Unfall (wie erwähnt) ohne Erinnerungen an einer Straße auf. Der Mann, der sie von der Polizei abholt, behauptet ihr Vater zu sein. Das scheint erstmal möglich. Aber irgendwann hat Mary Zweifel.

Zur gleiche Zeit: Drew ist mit den Nerven am Ende. Seine Freundin Lola ist nach einem Streit verschwunden und Drew wird von vielen des Mordes verdächtigt. Also ermittelt er auf eigene Faust.

Die Sprecher reißen einiges raus

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Mary und Drew erzählt, was eine schöne Abwechslung bietet. Beide Sprecher machen ihre Sache gut. Man hört ihnen gerne zu. Nur Männerstimmen gelingen der weiblichen Sprecherin nicht so ganz. Sie klingen in dramatischen Momenten wie ein Anfall von Atemnot.

Leider ist nach gut der Hälfte – um beim Bild zu bleiben – die Luft raus. Die Handlung dreht immer wieder ähnliche Kreise und kommt nicht vom Fleck. Gleichzeitig fügt sich für Hobbydetektiv Drew das meiste einigermaßen problemlos und glücklich, während der Bösewicht zunehmend drollig agiert. „Komm sofort zurück, junge Dame!“, ruft er, als Mary flüchtet. Man muss schmunzeln, nicht nur einmal. Tatsächlich ist der karikaturhafte Antagonist mit die größte Schwachstelle der Story.

Am Ende reicht es nur knapp für eine durchschnittliche Bewertung. Ein „Must-Have“ ist dieses Buch nicht. Obwohl die Autorin einiges richtig macht, ihr Schreibstil eingängig und das Tempo vor allem anfangs gut gesetzt ist, fehlt es an Spannung und dem gewissen Etwas. Negativ fällt die Figur des Bösewichts auf, der nicht ausgearbeitet wirkt und in seiner Art oft eher komisch als bedrohlich rüber kommt. 

 

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That’s Not My Name von Lally Megan
Übersetzung: Stefanie Frida Lemke
Spieldauer: 8 Stunden und 57 Minuten
Gesprochen von: Jullia Bautz und Sebastian Fitzner
Verlag: avm – Audio Verlag München
Erschienen: 31 März 2025
Format: ungekürztes Hörbuch

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