[Rezension] „Liberty 9 – Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder

Liberty 9. Ein eher ungewöhnlicher Name für eine
Sicherheitszone, in der 200 auserwählte Jugendliche, in völliger
Abgeschiedenheit und umgeben von Schutzanlagen und bewaffneten Guardians,
leben. In Liberty 9 wird man belohnt, wenn man erfolgreich ist und die Regeln
beherrscht. Der Tagesrhythmus wird klar definiert: Ein morgendlicher Appell an
der Lichtburg, Unterricht und ein anspruchsvolles Training, welches die
Bewohner mit Ehrgeiz erfüllen.

Kendira beherrscht die Regeln und folgt ihnen sehr
zielstrebig und genießt ihren Erfolg als Alpha – Level „Elector“, der höchste
Rang, den man in dieser Gesellschaft erreichen kann. Zu groß ist die Angst vor
einer möglichen Bestrafung bei dem kleinsten Vergehen – etwa ein Buch wie die
Bibel zu lesen, das als Seelengift deklariert ist. Konsequenz wäre ein
„Cleansing“, die Löschung der eigenen Identität durch Manipulation am Gehirn
oder die Hinrichtung. Bevorzugt werden diese Bestrafungen vor allen als
Demonstration der erhabenen Macht des Regimes durchgeführt.
Eines Tages bekommt der klar strukturierte Alltag von
Kendira eine aufregende Wendung. Sie begegnet Dante, einem Bediensteten oder
„Servant“, der trotz eines strickten Verbots einen Kletterfelsen besteigt. Ein
klarer Verstoß, den Kendira als „Electorin“ sofort melden müsste. Doch sie
bewahrt ihn vor den drastischen Folgen, schweigt und macht sich mitschuldig.
Eine unwiderstehliche Anziehungskraft entwickelt sich mit jedem zufälligen,
aber auch verbotenen Treffen. Dante säht in Kendira  Zweifel an dem System und bringt sie beide in
große Gefahr…

Der Leser wird gleich zum Anfang in den Alltag der
Bewohner von Liberty 9 eingeführt. Er bekommt keine Erklärungen über die
vorherigen Geschehnisse, die zu dieser Gesellschaftsform führten. Erfährt auch
nichts über die Herkunft der Auserwählten oder nach welchen Kriterien
entschieden wurde, ob sie zu „Electoren“, „Servants“ oder „Guardians“
ausgebildet werden.
„Liberty 9 – Sicherheitszone“ ist eine Dystopie von Rainer M. Schröder,
einem deutschen Autor. Umso unverständlicher war für mich die Anzahl englischer
Begriffe. Er bombardiert den Leser damit regelrecht, ohne ihre Bedeutung für
die Geschichte zu erklären. Auch die Anzahl der Charaktere, die in den
Handlungen beschrieben werden, wirkten teilweise sehr verwirrend. Meiner
Meinung nach war das der Grund dafür, dass gerade die Hauptprotagonisten blass
und unverstanden blieben, uninteressant, insgesamt nicht greifbar waren.
Rainer M. Schröder hat einen sehr zum Detail verliebten
Schreibstil. Er beschreibt diese von ihm erschaffene Welt bis zum letzten
Sandkörnchen. Er verliert sich regelrecht darin zu Lasten der Handlungsstränge.
Dadurch wirkten diese auf mich während der Lektüre leider sehr langatmig und
uninteressant. In der gesamten Geschichte kam für mich keine Spannung auf, weil
auch die Ideen nicht konsequent durchdacht erschienen und
auch mäßig umgesetzt wurden. Die Handlung warf viele Fragen auf, die bis zum
Schluss unbeantwortet blieben.
Weil Liberty 9 ein deutlich offenes Ende hat, muss man
davon ausgehen, dass dieses Buch ein Auftakt einer Reihe ist.
Weil ich große Erwartungen an dieses Buch hatte, wurde
ich von „Liberty 9 – Sicherheitszone“ enttäuscht. Dabei versprachen Klappentext und
Buchgestaltung sehr viel.
Ein schönes Cover, wie es „Liberty 9 – Sicherheitszone“ präsentiert, reicht
einfach bei der Anzahl von wirklich herausragenden Dystopien nicht mehr aus.

Liberty 9 – Sicherheitszone von Rainer M. Schröder
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten 
Verlag: cbj 
Erscheinungsdatum: 27. August 2012 
ISBN: 978-3570154649

10 Replies to “[Rezension] „Liberty 9 – Sicherheitszone“ von Rainer M. Schröder

  1. Hallo Du,

    die Dystopienbücher sind echt beliebt und jeder hängt sich wohl gerne an den Zug an, glaube ich.

    Meine Frage wäre noch wie viel kostet das Buch eigentlich?

    LG..starone…

  2. Hallo Du,

    ja, da hast Du recht! Da sage ich nur gebundene Bücher.
    Starter..15,99Euro..Vollendet..16,99Euro..oder Panem alles die gleiche Schiene und alles im gleichen Preispektrum in etwa…leider.

    LG..starone..

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