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Nach einer klitzekleinen Leseflaute von – hüstel – mehreren Monaten melde ich mich endlich zurück, pünktlich zur liebsten Jahreszeit: dem wunderbar bunten, halloweenigen Herbst, der mir endlich wieder Lust auf Bücher macht. Passend dazu beginnt unsere heutige Lektüre auch auf einer Halloweenparty.

Im Mittelpunkt stehen Hazel und ihre Freundinnen Olivia und Phia, die an ihrer Schule eine Art geheimes Einsatzkommando für Gerechtigkeit bilden. Ob Mobbing, Diebstahl oder Betrug: Die drei haben für jedes Problem einen Plan. Als Christina sie um Hilfe bittet, scheint auch dieser Fall zunächst lösbar. Ihr Freund Tom hat heimlich Nacktfotos von ihr gemacht und nutzt diese, um sie unter Druck zu setzen. Hazel, Olivia und Phia sollen sein Handy stehlen und die Bilder löschen. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Hazel verschwindet spurlos und Olivia und Phia stoßen während der Suche nach ihr auf immer mehr Geheimnisse.

Wo steckt Hazel?

Und genau hier hat mich dieser Jugendthriller lange Zeit richtig gepackt. Bis weit über die Hälfte hinaus war ich gefesselt und wollte unbedingt wissen, was hinter Hazels Verschwinden steckt. Und das, obwohl ich gelegentlich Schwierigkeiten hatte, die Erzählstimmen von Hazel, Olivia und Phia auseinanderzuhalten, da sie sich oft sehr ähnlich lesen. Ehrlich gesagt hätte die Geschichte für mich auch aus nur einer Perspektive hervorragend funktioniert. Trotzdem trägt die spannende Grundidee problemlos über solche kleinen Schwächen hinweg.

Umso weniger verstehe ich, was danach passiert ist. Irgendwann schleicht sich Langeweile ein. Die Handlung tritt gefühlt auf der Stelle, die Ermittlungen kommen kaum voran und die Spannung, die zuvor so sorgfältig aufgebaut wurde, verliert merklich an Fahrt. Die angedeutete Liebesgeschichte am Rand ist leider nicht stark genug, um diese Längen aufzufangen.

Missing: Spannung im Mittelteil

Auch die Figuren leiden darunter. Sie wirken zunehmend weniger greifbar und treffen immer häufiger Entscheidungen, die wenig durchdacht wirken. Die Geschichte verliert dabei etwas von dem Charme, der sie am Anfang so besonders gemacht hat. Aus dem vielversprechenden Plot um drei junge Detektivinnen wird schließlich ein recht blasser Abklatsch von A Good Girl’s Guide to Murder.

Trotzdem habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Die Geschichte behandelt viele Themen, die gerade für junge Menschen wichtig sind: erste Liebe, das Finden der eigenen Sexualität, Bodyshaming und Mobbing. Für Thriller-Neulinge eignet sich die Story durchaus als netter Einstieg ins Genre.

Fazit: Das Buch ist okay, kann die anfänglich aufgebaute Spannung vor allem im Mittelteil jedoch nicht aufrechterhalten. Für Thriller-Neulinge ist es dennoch ein gelungener Einstieg ins Genre. Meine Lesefreude ist jedenfalls ungebrochen und ich freue mich darauf, wieder häufiger zu lesen und zu rezensieren.

 

„Missing Girls Can’t Tell“ von Tabea Webb
Verlag:‎ ONE
Erschienen: ‎ 28. September 2026
E-Book: ‎ 416 Seiten
ISBN: 978-3846603208
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren

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