
Klugscheißer sind normalerweise nicht besonders beliebt. In diesem Fall ist das aber ganz anders. Marc-Uwe Klings liebevolle Ode an die Besserwisserei („Das Klugscheißerchen“) hat die Bestsellerlisten erobert. Mit „Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen“ legt er nun einen zweiten Band nach.
Mir hat die Fortsetzung sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Die Geschichte ist etwas komplexer und damit spannender. Das Klugscheißerchen begleitet die Kinder der Familie Theufel in die Schule – und dort taucht plötzlich ein seltsames rotes Wesen auf. Ebenso klein wie das Klugscheißerchen, ansonsten aber grundverschieden, flüstert es den Kindern ununterbrochen falsche Antworten ins Ohr.
Gegensätze ziehen sich an
Obwohl ich längst kein Kind mehr bin, musste ich beim Lesen wirklich oft lachen. Marc-Uwe Kling scheinen die Ideen nicht auszugehen – mit viel Wortwitz führt er durch das zweite Abenteuer, in dem sich das Klugscheißerchen wider jede Vernunft in ein Fehlerwesen verliebt.
Kinder werden viel Freude mit den zahlreichen Wortverdrehern haben. Denn das Vehlerteufelchen sagt wirklich alles falsch. Für vorlesende Eltern kann das allerdings durchaus herausfordernd werden. Manche Sätze grenzen schon an Zungenakrobatik: „Läckär Sraubentaft fritsch aus dem Schühlkrank.“ Für meinen Geschmack hätten es ein paar Fehler weniger sein dürfen – gezielter eingesetzt, hätten sie noch mehr Wirkung entfaltet. Aber für die kleinen Zuhörer dürfte sich der Spaß dadurch eher noch steigern.
Alles in allem ist „Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen“ ein sehr lustiger und lesenswerter zweiter Band. Marc-Uwe Kling erweist sich erneut als echte Bereicherung für das Kinderbuchgenre.
Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen von Marc-Uwe Kling
Illustrationen: Astrid Henn
Verlag: Carlsen
Erschienen: 30. April 2026
Hardcover: 72 Seiten
ISBN: 978-3551523174
Empfohlenes Lesealter: 6–10 Jahre
