Copyright: Argon

Durch die Bank haben mir Ursula Poznanskis Jugendbücher bisher immer besser gefallen als ihre Erwachsenenthriller. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten steht meist eine einzelne Hauptfigur, deren Gedankenwelt den Plot vorantreibt, darüber hinaus aber wenig Tiefe oder Background bei den Charakteren. Sehr reduzierte, nichtsdestotrotz unterhaltsame Geschichten, mit modernen Ideen und einer kurzweiligen Art des Erzählens.

„Das Signal“ heisst der neue Erwachsenenthriller der Autorin, der in seinem Strickmuster wieder ganz typisch ist.

Durch den Plot getrackt

Wir begleiten Viola, die nach einem schlimmen Unfall ein Bein verloren hat und noch dazu einige entscheidende Erinnerungen. Weil Viola das Verhalten ihres Ehemannes verdächtig findet, stattet sie ein paar seiner Besitztümer mit Mini-Trackern aus und verfolgt sein Tun. Obgleich sie ans Haus gefesselt ist, setzt sie so nach und nach das Puzzle rund um ihren mysteriösen Unfall wieder zusammen.

Klassische Zutaten des Mainstreamthrillers verbinden sich zum vertrauten Poznanski-Plot, inklusive den obligatorischen Rätselsätzen. Gerade die erste Hälfte macht Spaß: Dank Minitracker beobachten wir die Wege der Figuren neugierig und grübeln, was sie im Schilde führen.

Nur… allzu lange muss man ehrlicherweise gar nicht rätseln. Die ganz großen Überraschungen bleiben aus, und entsprechend verliert die Handlung in der zweiten Hälfte auch an Tempo.

Mein Geheimnis, dein Geheimnis

Nach dem vielversprechenden Beginn mangelt es zudem an Abwechslung. Das liegt vor allem an Vios erstaunlichem Langmut gegenüber ihrem heuchlerischen Ehemann, den sie im Grunde schon nach 50 Seiten hätte vor die Tür setzen müssen, ebenso wie die übergriffige, speziell für Vio eingestellte Pflegerin. Nur wäre die Geschichte dann schnell zu Ende erzählt. Also bleibt es über viele Kapitel bei wechselseitiger Heimlichtuerei. Zwar gibt es kleinere Wendungen, die anfangs noch nicht absehbar sind, doch insgesamt auch einige Längen und stereotype Plotelemente.

Fazit: „Das Signal“ ist ein solider Thriller, der mit einem starken Einstieg und einer spannenden Grundidee punktet, im späteren Verlauf aber an Dynamik und Überraschungskraft verliert. Für Fans von Poznanskis Stil aber durchaus lesens- bzw. hörenswert. Tessa Mittelstaedt liest das Hörbuch mit angenehmer Stimme.

 

WERBUNG

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

„Das Signal“ von Ursula Poznanski
Sprecherin: Tessa Mittelstaedt
Erschienen: 2 Februar 2026
Verlag: Argon Verlag
Gekürztes Hörbuch: 10 Stunden 46 Minuten
ISBN: 978-3-7324-8844-5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert